„Historischer Erfolg“: Glückwünsche an Biden aus aller Welt

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Nach seinem Zittersieg über Donald Trump bei der Präsidentenwahl hat Joe Biden Glückwünsche aus aller Welt erhalten. In vielen Ländern sorgte die Entscheidung der US-Amerikaner parteiübergreifend für Erleichterung. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wünschte Biden „von Herzen Glück und Erfolg“. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hofft nach dem Sieg Bidens darauf, die Beziehungen zwischen Nordamerika und Europa weiter verbessern zu können.

„Die Führung der USA ist in einer unberechenbaren Welt so wichtig wie eh und je“, sagte Stoltenberg. Eine starke NATO sei gut für Nordamerika und gut für Europa. Trump hatte die NATO infrage gestellt, Biden sich klar zu ihr bekannt.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, dass die EU und die USA in der Vergangenheit eine beispiellose Partnerschaft aufgebaut hätten, die auf den gemeinsamen Werten Demokratie, Freiheit, Menschenrechte, sozialer Gerechtigkeit und einer offenen Wirtschaft beruhe. „Während sich die Welt weiter verändert und sich neue Herausforderungen und Möglichkeiten auftun, wird unsere erneuerte Partnerschaft von besonderer Bedeutung sein“, schrieb sie.

Charles Michel, der Präsident des EU-Rats, äußerte sich vorsichtiger und verwies darauf, dass die Ergebnisse der US-Wahl erst noch bestätigt werden müssten. Dennoch gratulierte er Biden und dessen künftiger Vizepräsidentin Kamala Harris.

Nach Angaben aus EU-Kreisen gab es innerhalb der Europäischen Union eine Abstimmung darüber, zu welchem Zeitpunkt eine Gratulation angebracht ist. Um 19.00 Uhr MEZ Zeit fiel die Entscheidung - eineinhalb Stunden nachdem klar war, dass Biden uneinholbar vor Trump liegt. Der amtierende Präsident hat allerdings in mehreren Bundesstaaten juristische Schritte gegen die Ergebnisse eingeleitet.

Vielleicht auch deswegen gratulierten am Samstag noch nicht alle Staats- und Regierungschefs. Aus China, Russland und Israel kamen zunächst noch keine Glückwünsche, dafür aber aus Ägypten, Libyen und dem Libanon, aus Kanada, Neuseeland, Indien oder auch Pakistan.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb auf Twitter: „Wir haben viel zu tun, um die heutigen Herausforderungen zu bewältigen. Lasst uns zusammenarbeiten!“

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson würdigte die Wahl von Biden und Harris als „historischen Erfolg“. „Die USA sind unser wichtigster Verbündeter“, schrieb er auf Twitter. In Großbritannien vermuteten Kommentatoren, dass die Wahl auch die Verhandlungen um einen Brexit-Handelspakt zwischen Brüssel und London fördern könnte. Biden gilt als EU-freundlich, Trump wollte hingegen ein lukratives Handelsabkommen mit Großbritannien abschließen.

Polens Staatsoberhaupt Andrzej Duda gratulierte Biden lediglich zu seiner „erfolgreichen Präsidentschafts-Kampagne“. Man warte nun auf die Nominierung durch das Wahlkollegium, schrieb er auf Twitter. Polen sei entschlossen, die strategische Partnerschaft zwischen beiden Ländern auf hohem Niveau für eine noch stärkere Allianz aufrechtzuerhalten. In Polen ist Trump vergleichsweise beliebt. Er hat das Land mehrfach besucht und unter anderem die Aufstockung der US-Truppen dort zugesagt.

Sloweniens Ministerpräsident Janez Jansa kritisierte generell die seiner Einschätzung nach vorschnellen Glückwünsche für Biden. „Interessant. In allen US-Staaten mit knappem Ausgang gibt es Klagen. Die Gerichte haben nicht einmal zu entscheiden begonnen. Trotzdem rufen die #MSM (und nicht ein offizielles Organ) den Sieger aus. Glückwünsche von überall. Und der Rechtsstaat (lachender Smiley)“, schrieb Jansa am Samstagabend auf Twitter mit Blick auf die Prognosen zum Wahlausgang.

Mit dem Hashtag #MSM kritisierte er die Mainstreammedien, die seit Jahrzehnten den Sieger der Wahl verkünden, sobald in den statistischen Modellrechnungen die Sicherheit groß genug ist. Eine zentrale Wahlbehörde gibt es in den USA nicht.


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