Rund 65.000 Dosen für Tiroler Gratis-Grippeimpfprogramme

Die kostenlose Influenza-Impfaktion für Kinder sowie für Senioren in Heimen ist angelaufen. Die Grippewelle wird ab dem Jänner erwartet.

Die Verteilung des Impfstoffes erfolgt in mehreren Tranchen. Eine erste wurde bereits geliefert, eine weitere soll dieser Tage folgen.
© Pantherstock / Momme Hansen

Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck – Die Auslieferung der Grippeimpfstoffe im Rahmen des kostenlosen Kinderimpfprogramms und für Personen über 65 Jahre ist laut Gesundheitsministerium am vergangenen Donnerstag angelaufen. 200.000 Dosen eines nasalen Lebendimpfstoffs für Kinder vom vollendeten 24. Lebensmonat bis zum vollendeten 15. Lebensjahr stehen bereit, weitere 100.000 Dosen folgen im Dezember.

Für Tirol werden für Kinder ab dem vollendeten 6. bis zum vollendeten 24. Lebensmonat demnächst 3600 Dosen ausgeliefert, eine erste Tranchenlieferung mit 900 Dosen ist bereits erfolgt und verteilt. Für Kinder ab dem vollendeten 24. Lebensmonat bis zum vollendeten 15. Lebensjahr wird für die kommenden Tage eine weitere Tranche mit voraussichtlich 17.300 Dosen erwartet. Bis spätestens Mitte Dezember sollen weitere 9500 Dosen folgen.

Für Personen über 65 Jahre sowie für Risikopatienten werden laut Auskunft des Landes nach derzeitigem Kenntnisstand ab Ende November voraussichtlich 8400 Dosen erwartet. Dieser Impfstoff ist für Bewohner von Pflegeheimen über 65 Jahren vorgehalten. In den Heimen nicht beanspruchte Dosen werden über den niedergelassenen Bereich an zu Hause gepflegte Personen über 65 Jahren weiterverteilt.

„Für Risikogruppen ist die Grippeimpfung besonders wichtig, um einer Erkrankung vorzubeugen.“ Bernhard Tilg 
(Gesundheitslandesrat)
© Thomas Boehm / TT

„Gerade für Risikogruppen ist die Grippeimpfung besonders wichtig, um einer Erkrankung vorzubeugen“, betont Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP). Besonders in diesem Jahr sei es das Ziel, eine Erhöhung der sonst sehr niedrigen Durchimpfungsrate zu erreichen, um auch eine Überbelegung der Spitalsbetten zu vermeiden. „Die heurigen Gratis-Impfprogramme sollen dazu beitragen. Wer sich impfen lässt, schützt sich und andere“, so Tilg.

Nach Gesprächen mit dem Bund sei es vor Kurzem außerdem gelungen, weitere 24.750 Impfstoffdosen von der Bundesbeschaffung für exponierte Personen insbesondere im Gesundheitsbereich für Tirol zu beschaffen. Der Liefertermin für diese Dosen ist allerdings noch nicht fixiert. Insgesamt stehen in Tirol rund 65.000 Influenza-Impfdosen für diverse Gratis-Impfprogramme zur Verfügung. Weitere Impfdosen werden über den freien Markt angeboten.

„Es ist noch Zeit, sich gegen die Grippe impfen zu lassen – nämlich bis in den Dezember hinein.“ Artur Wechselberger 
(Präsident Tiroler Ärztekammer)
© Thomas Böhm

Für den Fall, dass das Impfstoff-Kontingent in den Pflegeheimen nicht ausgeschöpft wird, seien die Ärzte in Tirol vom Land angeschrieben und eingeladen geworden, ihren Bedarf anzumelden, berichtet Artur Wechselberger, Präsident der Ärztekammer Tirol. Kinderärzte und auch Allgemeinmediziner konnten sich außerdem für den Kinderimpfstoff anmelden. „Das grundsätzliche Problem beim Grippeimpfstoff am Markt ist heuer, dass niemand genau weiß, wie viele Dosen es gibt, wie viele im Umlauf und wie viele verabreicht worden sind“, sagt Wechselberger. Das liege daran, dass Firmen, Behörden, Bund, Länder und Institutionen vielfach auf Eigeninitiative Impfstoff geordert hätten und eine Verteilung nicht zentral koordiniert wurde. „Damit haben vor allem die Apotheken ein großes Problem mit der Einschätzung, wie groß der Bedarf noch ist“, meint Wechselberger.

Er rechnet damit, dass die Grippewelle aufgrund der reduzierten Kontakte und der Hygienemaßnahmen schwächer ausfallen könnte als in früheren Jahren. Traditionell spielt sich der Höhepunkt der Grippewelle zwischen Jänner und März ab. „Es ist also noch Zeit, sich gegen Grippe impfen zu lassen – nämlich bis in den Dezember hinein.“


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