Trump feuerte seinen Verteidigungsminister, weitere Jobs wackeln

Der Pentagon-Chef wollte keine Truppen in Amerikas Städte schicken. Auch die Jobs von Justizminister und FBI-Chef sollen wackeln.

Konfrontation von Nationalgardisten und Aktivisten. Trump wollte härter durchgreifen, wurde aber vom eigenen Militär ausgebremst.
© AFP

Von Floo Weißmann

Washington – Eine knappe Woche nach der verlorenen Wahl hat US-Präsident Donald Trump seinen Verteidigungsminister hinausgeworfen. „Mark Esper ist entlassen worden. Ich würde ihm gerne für seinen Dienst danken“, twitterte Trump am Montag. Mit sofortiger Wirkung sei der Direktor des US-Anti-Terror-Zentrums, Christopher C. Miller, zum amtsführenden Pentagon-Chef ernannt worden.

Eine Begründung nannte Trump nicht. Der Schritt kam aber nicht überraschend. Esper hatte schon im Juni den Zorn seines Chefs auf sich gezogen, als er sich dagegen aussprach, Soldaten zur Niederschlagung der „Black Lives Matter“-Proteste einzusetzen. Trump hingegen drohte mehrfach, Soldaten in von Demokraten regierte Städte zu schicken. Außerdem soll dem Präsidenten missfallen haben, dass das Pentagon in Reaktion auf die ­Rassismus-Debatte im Sommer die ­Verwen­dung der Südstaaten-Flagge ­untersagte.

Politische Insider hatten bereits erwartet, dass Trump nach der Wahl mit jenen abrechnen würde, die seiner Ansicht nach illoyal waren und seine Wahlchancen geschmälert haben. Ganz oben auf der Abschussliste stehen angeblich Justizminister William Barr und FBI-Direktor Christopher Wray. Ihnen wirft Trump vor, nicht gegen seinen Rivalen Joe Biden und andere führende Demokraten vorgegangen zu sein, was der Präsident mehrfach gefordert hatte. Für die von ihm behauptete Korruption hat allerdings auch eine Untersuchung durch republikanische Kongresspolitiker keinen Beleg erbracht.

Trump drohte vor der Wahl auch öffentlich, den Star-Immunologen Anthony Fauci zu feuern. Der Direktor des staatlichen Forschungsinstituts für Allergien und Infektionskrankheiten hatte häufig durchblicken lassen, dass er Trumps Pandemie-Management für unzureichend hält.

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Der Präsident hat bereits zahlreiche Mitarbeiter gefeuert, die seinen politischen Bedürfnissen im Weg standen. An vielen Positionen in der Regierung, im Weißen Haus und an der Spitze von Behörden arbeitet die zweite oder dritte Besetzung. Auch Esper war bereits Trumps zweiter Verteidigungsminister.


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