Wirbel im ÖFB-Team rund um Salzburgs Corona-Fälle

Der aktuelle Lehrgang des österreichischen Fußball-Nationalteams hat wie jener im Oktober begonnen - mit Turbulenzen rund um positive Corona-Tests bei Red Bull Salzburg. Andreas Ulmer, Cican Stankovic und Albert Vallci werden für die Länderspiele am Mittwoch in Luxemburg, am Sonntag in Wien gegen Nordirland und am darauffolgenden Mittwoch wieder im Happel-Stadion gegen Norwegen definitiv nicht zur Verfügung stehen, wie ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel am Montag bestätigte.

Doch damit nicht genug: Da die betroffenen Salzburger ihre positiven Tests bereits am Samstag ablieferten, die Ergebnisse aber laut eigenen Angaben erst in der Schlussphase des Auswärtsspiels am Sonntagabend gegen Rapid vorlagen, ziehen die Infektionen weite Kreise.

Selbst wenn Rapids derzeit einziger A-Teamspieler Maximilian Ullmann am Montag einen negativen Abstrich abgeben sollte, wäre dies aufgrund der Inkubationszeit keine Garantie, dass der Linksverteidiger nicht vom Coronavirus betroffen ist. Das gilt auch für die gegen Salzburg eingesetzten Rapid-Profis Leo Greiml, Kelvin Arase und Yusuf Demir, die allesamt im ÖFB-U21-Kader aufscheinen - so wie auch Salzburgs Maximilian Wöber, der U21-Coach Werner Gregoritsch nun ebenfalls nicht zur Verfügung steht.

Die unklare Personalsituation bei der U21-Auswahl hat wiederum zur Folge, dass sich A-Teamchef Franco Foda mit den Nachnominierungen für das ausgefallene Salzburg-Trio schwertut. Am frühen Montagnachmittag war lediglich fix, dass Hoffenheims Florian Grillitsch aus persönlichen Gründen absagte und Anderlechts Peter Zulj ins ÖFB-Camp in Wien nachrückte.

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Die Salzburger testeten ihre betroffenen Spieler am Montag zwar erneut und deuteten in ihrer Aussendung an, dass ihre Profis bei negativen Ergebnissen eventuell verspätet zu ihren Nationalteams stoßen könnten. Schöttel will von dieser Option aber keinen Gebrauch machen.

„Wir haben am Montagvormittag für uns entschieden, dass die Salzburg-Spieler in diesem Lehrgang keine Rolle spielen werden. Wir brauchen Planbarkeit für den Lehrgang, weil wir Verantwortung für die anderen Spieler und Betreuer haben“, sagte Schöttel. Zudem ergänzte der Sportdirektor, dass der Einsatz von Rapid-Spielern gegen Luxemburg aufgrund der aktuellen Lage „schwer vorstellbar“ sei.

Auf der ÖFB-Abrufliste steht unter anderem Marko Arnautovic, der aber zumindest gegen Luxemburg nicht zur Verfügung steht, weil er am selben Tag mit seinem Verein SIPG Shanghai in der chinesischen Meisterschaft um Platz drei spielt. „Wir warten dieses Spiel auf jeden Fall ab, Teamchef Foda ist mit ihm in ständigem Kontakt“, sagte Schöttel.

Man müsse nun mit der schwierigen Situation bestmöglich umgehen, betonte der Sportdirektor. „Wir haben in den letzten Wochen und Monaten gelernt, dass an jedem Tag und zu jeder Stunde etwas passieren kann.“

Ausgerechnet in dieser überaus heiklen Lage steht ein Testspiel in Luxemburg auf dem Programm. Die Partie hat nur einen äußerst geringen sportlichen Wert, muss aber aufgrund der UEFA-Zentralvermarktung ausgetragen werden - nicht wirklich zur Freude von Schöttel.

„Ich war immer der Meinung, dass die Gesundheit der Spieler das größte Kapital ist, das Wichtigste von allem. Der Spielplan ist extrem herausfordernd. Ich war mir schon im August sicher, dass es extrem herausfordernd wird. Jetzt ist es nun einmal so, wir versuchen, es so gut wie möglich zu bewältigen.“ Er sei „immer in Sorge, was eine Überforderung der Spieler betrifft“, meinte Schöttel.


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