Mitarbeiter illegal beschäftigt: 177.100 Euro Strafe für Gustav Kuhn

Mehr als 80 ausländische Mitarbeiter waren bei den von Gustav Kuhn verantworteten Erler Winterfestspielen 2017/18 illegal beschäftigt.

Der Dirigent Gustav Kuhn gründete 1997 die Tiroler Festspiele Erl. Er verantwortete das Festival bis 2018.
© Rudy De Moor / TT

Innsbruck, Erl – Der ehemalige künstlerische Leiter der Tiroler Festspiele Erl, Gustav Kuhn, musste als Geschäftsführer der Winterfestspiele 2017/2018 wegen Übertretung nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz eine Strafzahlung in der Höhe von 177.100 Euro leisten. Laut einem Straferkenntnis der Bezirkshauptmannschaft Kufstein wurden mehr als 80 Ausländer beschäftigt, obwohl für sie keine arbeitsmarktrechtliche Bewilligung vorlag.

Laut Angaben von Kulturlandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) stammt der Bescheid aus dem Jahr 2019 und sei bereits beglichen worden. „Es versteht sich von selbst, dass dafür keinerlei öffentliche Gelder verwendet wurden“, so Palfrader, die auch im Stiftungsrat der Tiroler Festspiele sitzt. Für die Begleichung der Strafzahlung, für die auch die Gesellschaft der Tiroler Festspiele Erl haftet, sei aus privater Hand ein Sonderzuschuss gewährleistet worden.

📽️ Video | Geldstrafe für Gustav Kuhn

Markus Sint, Landtagsabgeordneter der oppositionellen Liste Fritz, will trotzdem sicherstellen, dass zur Begleichung des Strafbescheids keine Landesförderungen verwendet wurden. Das wäre „ein Schlag ins Gesicht der Tiroler Steuerzahler“, so Sint gestern. Im November-Landtag will er eine entsprechende Anfrage an Landeshauptmann Günther Platter und Landesrätin Palfrader einbringen. Zudem fordert er einen Stopp aller Landesförderungen für die Festspiele.

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Als alleinverantwortlicher Geschäftsführer musste Kuhn zwischen 1000 und 2000 Euro pro illegal beschäftigtem Mitarbeiter zahlen. Für den Fall, dass Gustav Kuhn die Strafe nicht begleichen hätte können, hätte ihm eine Freiheitsstrafe von 114 Tagen gedroht.

Indes gab der Ötztaler Blogger Markus Wilhelm, der die Causa Erl ins Rollen gebracht hatte, bekannt, dass Kuhn die drei gegen ihn noch laufenden Zivilverfahren eingestellt hat.

Wilhelm hatte im Februar 2018 erste Vorwürfe der sexuellen Belästigung und des Machtmissbrauchs gegen Kuhn veröffentlicht. Die Gleichstellungsbehörde des Bundes sah diese von mehreren einst in Erl engagierten Künstlerinnen bekräftigen Vorwürfe als erwiesen an.

Kuhn legte seine Funktionen in Erl im Herbst 2018 zurück. Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Innsbruck gegen den Dirigenten wurde im Frühjahr 2020 eingestellt. (jole, APA)


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