Einigung auf Waffenruhe in Konflikt um Berg-Karabach

Im Konflikt um die Südkaukasus-Region Berg-Karabach haben sich die Staatschefs von Armenien und Aserbaidschan auf eine Waffenruhe unter Vermittlung des russischen Präsidenten Wladimir Putin verständigt. Alle Kampfhandlungen sollten demnach um 1.00 Uhr Ortszeit (22.00 Uhr MEZ) eingestellt werden. Das teilte der Kreml in der russischen Hauptstadt Moskau in der Nacht auf Dienstag der Agentur Interfax zufolge mit.

Russische Friedenstruppen sollen das Ende der Kampfhandlungen zwischen Armenien und Aserbaidschan überwachen, sagte Putin. Der aserbaidschanischen Präsident Ilham Aliyev dagegen sprach von einem gemeinsamen Einsatz von russischen und türkischen Friedenstruppen. Von russischer Seite würden 1.960 Soldaten eingesetzt für die Zeit von fünf Jahren mit der Option einer Verlängerung um weitere fünf Jahre. Zur Zahl der türkischen Soldaten machte Aliyev zunächst keine Angaben.

Der armenische Premierminister Nikol Paschinian sprach von einer „sehr, sehr schweren Entscheidung“. „Der Text ist für mich persönlich und für unser Volk schmerzhaft“, schrieb Paschinian bei Facebook. Er habe sich aber nach reiflicher Überlegung und Analyse der Lage für eine Unterzeichnung entschieden, schrieb Paschinian. Beobachter werteten das als Kapitulation. In Armenien brachen spontane Proteste gegen die Vereinbarung aus. Demonstranten beschimpften Paschinian als Verräter und stürmten und verwüsteten seinen Regierungssitz.

Die Gefechte in Berg-Karabach dauern bereits seit Ende September an. Die Zahl der Getöteten aufseiten Berg-Karabachs war am Montag um 44 auf 1.221 gestiegen, wie die Behörden mitteilten. Baku macht wegen der Zensurbestimmungen während des Kriegszustands keine Angaben zu Verlusten bei den Streitkräften.

TT-ePaper testen und eine von drei Gasser Tourenrodeln gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Die TT verlost drei Gasser Tourenrodeln und 50 Thermosflaschen

Aserbaidschan verlor in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren die Kontrolle über das bergige Gebiet mit etwa 145.000 Bewohnern. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe. Aserbaidschan beruft sich in dem neuen Krieg auf das Völkerrecht und sucht immer wieder die Unterstützung von seinem „Bruderstaat“ Türkei. Armenien wiederum setzt auf Russland als Schutzmacht.


Kommentieren


Schlagworte