Weiter unbesetzte Stellen: Ärztenotstand in Landeck dauert an

Vier unbesetzte Kassenvertragsstellen erweisen sich als Ladenhüter. Neueste Idee ist ein Primärversorgungszentrum, das zeitnah eingerichtet werden könnte.

Landeck – Nein, sie könne keine neuen Patienten mehr aufnehmen, bedauerte Ingrid Plangger-Staggl, Allgemeinmedizinerin mit Kassenvertrag, auf eine Patientenanfrage. „Meine Ordination ist voll ausgelastet.“ Zwei ihrer Land­ecker Kollegen gingen 2019 bzw. heuer in Pension, die verwaisten Stellen konnten nicht nachbesetzt werden. Zudem werden Fachärzte gesucht – ein Augenarzt und ein Internist. Alle vier Stellen sind laut Ärztekammerdirektor Günter Atzl teils seit Jahren ausgeschrieben.

„Wenn man einen niedergelassenen Arzt braucht, ist Ärger garantiert“, wissen Landecker Patienten. In der 7800-Einwohner-Stadt ordinieren zwei Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag. Viele weichen daher zu Ärzten in den Nachbardörfern aus.

Nachdem persönliches Anwerben von Ärzten sowie eine Marketing-Initiative der Stadt im Frühjahr ohne Erfolg blieben, taucht jetzt eine neue Idee auf. „Meines Wissens wird in Landeck ein Gesundheitszentrum gebaut. Dort könnte ein Primärversorgungszentrum (PVZ) eingerichtet werden“, schlägt Kammerdirektor Atzl vor. Wenn alle Partner an einem Strang ziehen, sieht die Kammer gute Chancen auf ein derartiges Projekt, das es in anderen Bundesländern bereits gibt, nicht aber in Tirol.

Bei ÖGK-Landesstellenleiter Arno Melitopulos-Daum stößt die Idee auf grundsätzliche Zustimmung. „Entscheidend ist nicht so sehr der Standort. Vielmehr müssen sich drei Ärzte zusammenfinden, die das PVZ dann betreiben.“ Für Landeck könne er sich ein PVZ „jedenfalls gut vorstellen“. Standort wäre das neue Carl-Hochstöger-Gesundheitszentrum. „Wir möchten einen Beitrag zur medizinischen Versorgung der Region leisten“, hob Ini­tiator Martin Hochstöger hervor. Vieles sei aber vorher noch abzuklären. „Ich begrüße es sehr, wenn die Idee in Landeck-Perjen realisiert wird“, sagte LR Bernhard Tilg. Das Land werde seiner Rolle als unterstützender Partner gerecht werden. (hwe)


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