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Corona-Cluster im Flüchtlingsheim Bürglkopf: „Brauchen dringend Hilfe hier“

Bewohner und ehrenamtliche Betreuer kritisieren den Umgang der Behörden mit dem Corona-Cluster in der Flüchtlingseinrichtung Bürglkopf. Das Land beteuert, die Situation im Blick und richtig gehandelt zu haben.

Inzwischen steht die gesamte Einrichtung unter Quarantäne. Die Lebensverhältnisse am Bürglkopf sind beengt.
© privat

Von Nikolaus Paumgartten

Fieberbrunn – Andrang bei der Essensausgabe, bis zu sechs Betten in kleinen Zimmern – und seit der Verhängung der Quarantäne über die gesamte Einrichtung fehlt auch sonst der Platz, sich aus dem Weg zu gehen. Seitdem Ende Oktober bekannt geworden ist, dass im so genannten „Rückkehrberatungszentrum“ für abgelehnte Asylwerber am Bürglkopf in Fieberbrunn einige Personen mit dem Coronavirus infiziert sind, wurde in Sachen Eindämmung des Virus und Isolierung des Clusters kaum etwas getan. Zumindest werfen das Bewohner und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer den Behörden vor.

Zwar seien die bestätigten Corona-Fälle abgesondert und ins Nachbarhaus verlegt worden, zahlreiche andere Verdachtsfälle würden jedoch ignoriert, so der Vorwurf. „Viele Leute haben Symptome. Husten, haben den Geschmacksinn verloren oder klagen über Magenprobleme“, berichtet ein Bewohner, der anonym bleiben möchte. „Aber es wird nicht getestet. Es kommt niemand zum Testen. Wir sind jetzt einfach alle in Quarantäne geschickt worden.“ Zu den ohnehin allgegenwärtigen Sorgen um die Zukunft kommt jetzt für die Bewohner am Bürglkopf auch noch die Ungewissheit über die eigene Gesundheit. „Vielleicht habe ich es, vielleicht nicht. Wir wissen es nicht. Es wird nichts getan. Wir brauchen dringend Hilfe hier“, richtet der anonyme Bewohner einen verzweifelten Appell an die Öffentlichkeit.

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