Diskussion um Führung von TVBs: Land beharrt auf Obmännern

Im TVB brauche es gewählte Obmänner, sagt das Land. Deren Aus wollen NEOS und ein Unternehmer.

Gerhard Föger
(Tourismus-Abteilung): „Das wäre so, wie wenn man einen Bürgermeister wählt, aber der Amtsleiter regiert.“
© Brunner

Von Anita Heubacher

Innsbruck –Der Kitzbüheler Unternehmer Christian Harisch hatte im TT-Studio TVB-Obmänner als überflüssig bezeichnet und deren Abschaffung gefordert. Harisch ist selbst TVB-Obmann in Kitzbühel. „Geschäftsführer, Aufsichtsrat ja, Obmänner nein“, lautet Harischs Devise. In den 34 Tiroler Tourismusverbänden gibt es nur eine Obfrau im Pillerseetal, sonst trifft die Bezeichnung Obmann flächendeckend zu.

Dominik Oberhofer 
(NEOS-Klubobmann): „Aus Gründen der Transparenz und der Mittelverwendung sollten Obmänner weichen.“
© Böhm Thomas

Ein Befürworter der Idee, die TVB-Obleute abzuschaffen, ist NEOS-Klubobmann Dominik Oberhofer. Selbst Hotelier, bringt er im nächsten Landtag einen entsprechenden Antrag auf „Entpolitisierung der Tourismusverbände“ ein. Aus Gründen der Transparenz und zur Sicherstellung der zweckentsprechenden Verwendung von öffentlichen Geldern sollten die Obmänner weichen. „Das operative Geschäft soll in Zukunft einzig von einer professionellen Geschäftsführung geleitet werden“, erklärt Oberhofer. Er geht schon lange mit der Idee schwanger. „Diese veraltete Struktur kostet nur Geld und bringt politische Einflussnahme.“ Bisher sei der Vorstoß immer an der ÖVP zerschellt.

Im Landhaus wartet der Leiter der Tourismusabteilung, Gerhard Föger, mit Gegenargumenten auf. Er verweist darauf, dass Obleute durch eine Wahl legitimiert würden. Gewählt von der Mehrheit der Beitragszahler“, sagt Föger und zieht einen Vergleich: „Das wäre so, wie wenn man bei der Gemeinderatswahl einen Bürgermeister wählt, aber der Amtsleiter regiert.“ Man hege aber Sympathie für starke Geschäftsführer.

Föger verweist darauf, dass durch eine Neufassung des Tiroler Tourismusgesetzes die Befugnisse der Geschäftsführer ausgedehnt worden seien. „Aber eine Abschaffung der TVB-Obfrauen und -Obmänner steht nicht zur Diskussion.“


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