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Südtirol an Italien: „Ein Trauma für beide Landesteile“

Heute vor 100 Jahren verabschiedete der Tiroler Landtag seine Südtiroler Abgeordneten. Einen Monat zuvor, am 10. Oktober 1920, wurden die Gebiete südlich des Brenners formal in das Königreich Italien eingegliedert.

Hunderte Menschen versammelten sich am 9. November zu einer Trauerkundgebung am Rennweg in Innsbruck. Anlass war die Annexion Südtirols durch das Königreich Italien.
© Tiroler Landesarchiv

Von Benedikt Mair

Innsbruck – Am Innsbrucker Landhaus in der Maria-Theresien-Straße, dem Sitz des Tiroler Landtags, werden am 16. November 1920 Trauerfahnen gehisst. Der Saal, in dem die gewählten Volksvertreter tagen, ist mit Blattpflanzen geschmückt, die elektrischen Leuchter sind mit schwarzen Tüchern verhüllt. An vier allegorischen Gemälden, welche die Südtiroler Talschaften Pustertal, Eisacktal, Etschtal und den Vinschgau symbolisieren, wird ein Trauerflor befestigt. All das, um „dem würdevollen Ernst der Kundgebung“ Rechnung zu tragen, wie die Innsbrucker Nachrichten in ihrer Ausgabe am Folgetag berichten. Heute vor 100 Jahren verabschiedete der Tiroler Landtag seine Südtiroler Abgeordneten. Einen Monat zuvor, am 10. Oktober 1920, wurden die Gebiete südlich des Brenners offiziell in das Königreich Italien eingegliedert, die Teilung Tirols wurde auch formal endgültig.

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