Nächtliches Raubgeschehen war nur Trickdiebstahl

Keine guten Erinnerungen an Innsbruck wird seit letztem November wohl ein 40-Jähriger aus dem Bregenzerwald haben. Frühmorgens wollte er von...

Kontaktlos gezahlt per gestohlener Bankomatkarte. (Symbolfoto)
© Böhm Thomas

Innsbruck – Keine guten Erinnerungen an Innsbruck wird seit letztem November wohl ein 40-Jähriger aus dem Bregenzerwald haben. Frühmorgens wollte er von einer Firmenfeier unweit des Landhausplatzes zum Hotel gehen. In einer Gasse war der Vorarlberger dann an einen 23-jährigen Somalier und dessen – bis heute unbekannten – Begleiter geraten. Beide verwickelten den 40-Jährigen in ein Gespräch. Dann ging alles ganz schnell: ein Schupfer, zeitgleich der Griff nach der Geldtasche und weg waren beide. Als der Bestohlene die Verfolgung aufnahm, warf ihm einer die bereits geleerte Geldtasche zu. Der andere attackierte das Opfer indes mit einer Holzlatte.

Bilanz: Bankomatkarte, Stapler- und Kranführerschein weg, dazu Jacke und Geldtasche kaputt. Schon zwei Stunden später kaufte das Duo per kontaktloser Bezahlung an einer Tankstelle Bier und Zigaretten für 21 Euro. Schon beim nächsten Versuch schritt jedoch der Supermarkt-Security ein und hielt den gestern am Landesgericht Angeklagten fest. Dieser war vom Opfer jedoch vorab schon nicht als der Angreifer (Raub), sondern als der Trickdieb wiedererkannt worden. Vom Strafrahmen her ein Glück für den 23-Jährigen. Anwalt Marius Baumann erinnerte für seinen Mandanten dennoch daran, dass es hier „um viel mehr als um ein paar Euro“ ginge: „Der Schock bleibt. Er wird nächtens auf der Straße wohl nie mehr ein gutes Gefühl haben.“ Für Diebstahl, Urkundenunterdrückung und Datenverarbeitungsmissbrauch ergingen fünf Monate Haft. Dazu kam noch der Widerruf einer bedingten Altstrafe über vier Monate.

"Probiert es doch bei Opferstöcken“

Ein durch die Corona-Krise in Innsbruck gestrandetes Pärchen aus Ungarn litt im Sommer unter akuter Geldnot. Rat eines ihnen bekannten Bettlers: „Wenn ihr schnell zu Geld kommen wollt, probiert es doch bei Opferstöcken!“ An die 250 Euro wechselten in einer Pfarrkirche so per Klebeband den Besitzer. Das Vorleben bestimmte am Landesgericht die Strafe. So ergingen für die Unbescholtene zehn der zwölf Monate Haft bedingt. Der im Rückfall befindliche 28-Jährige muss nun jedoch insgesamt 18 Monate Haft unbedingt verbüßen. (fell)

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