Hilferufe aus Wörgl: 13 Vereine zittern um die sportliche Existenz

Mit der Schließung des Wettkampfbeckens in Wörgl droht dem Sport ein Totalausfall. Ein Lösungsansatz: ein Regionalbad.

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Innsbruck – Schwimmern und Triathleten in Wörgl steht das Wasser bis zum Hals – vom Nachwuchs bis hin zu den Landeskader-Mitgliedern. Aufgrund der Finanzierungsprobleme rund um die Wasserwelten (die TT berichtete) droht den Sportlern nun, dass sie demnächst auf dem Trockenen sitzen. „Keiner weiß, wie es in Zukunft weitergehen soll“, beklagt Gabi Hausberger, Obfrau des Wave Tri Team TS Wörgl – ein Sportverein, der seine Grundlage sogar im Namen trägt.

Allein 13 Vereine zählt die Unterländerin auf, die nun um die sportliche Existenz zittern: „Kinder aus Schulen und Kindergärten, die vielen Senioren und Therapie-Schwimmer sind in dieser Aufstellung noch gar nicht miteingerechnet.“

Hausberger steht mit ihrem Hilferuf also nicht alleine da, es geht es auch um Arbeitsplätze. Eine am Dienstag gegründete, öffentliche Facebook-Seite mit dem Namen „Erhaltung des ,Wave‘ Wörgler Wasserwelt“ zählte bis gestern Mittag knapp 800 Mitglieder, Tendenz steigend. In Videos, auch vieler Kinder, wird bekundet, warum man für den Erhalt ist. Darunter auch die zweifache Olympiateilnehmerin im Triathlon und Ironman-Austria-Siegerin Eva Dollinger: „Ich liebe es, Kindern beim Training die Liebe zum Wasser weiterzugeben, deshalb würde ich mir wahnsinnig wünschen, dass das Wave offen bleibt.“

Die Situation verschärft hatten zuletzt die Corona-bedingten Sperren und Beschränkungen. Das Sportbecken auszulassen steht im Raum, weil es im Gegensatz zur Sauna-Landschaft nicht rentabel sei, heißt es. „Wie will man bei einer Schließung dem Bildungsauftrag mit verpflichtenden Schwimmkursen an den Schulen nachkommen?“, fragt sich Markus Senfter, Präsident des Tiroler Landesschwimmverbandes. Es gehe ja um das einzige öffentliche und wettkampftaugliche 25-m-Bad im Bezirk. „Wörgl kann das nicht alleine stemmen. Es geht nur gemeinsam mit den weiteren Gemeinden, als eine Art Regionalbad“, schlägt Senfter vor.

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Eine Hoffnung, auf die Hausberger nun setzt: „Es hieß, dass der Sommer 2021 wieder normal laufen wird. Ich bin gespannt.“ (sab)


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