Sistrans: Noch keine Lösung im Nachbarschaftskonflikt

Auch ein Gerichtstermin brachte vorerst keine Einigung zwischen Anrainern in der Sistranser Starkensiedlung und den Pächtern eines Einstellbetriebs für Pferde.

Anrainer am Starkenweg in Sistrans beklagen sich über verunreinigte Hackschnitzel, die vom Wind in ihre Gärten verfrachtet würden. Die Betreiber eines Pferdehofs weisen zurück, dafür verantwortlich zu sein.
© Domanig

Sistrans – In der Starkensiedlung in Sistrans trübt weiterhin ein zäher Nachbarschaftskonflikt die ländliche Idylle. Der Streit dreht sich u. a. um den Vorwurf, dass verunreinigte Hackschnitzel von einem Pferdebetrieb bei starkem Wind in die Gärten von Anrainern verfrachtet würden. Nach einem ersten Bericht im „Fall für Motz“ setzten sich die Betreiber des „Pferdeparadieses Starkenhof“, eines Einstellbetriebs für 13 Pferde, im Oktober via TT gegen diesen und andere Vorwürfe zur Wehr. Sie starteten sogar eine Umfrage in der Nachbarschaft – und kamen zum Ergebnis, dass sich bis auf einen Anrainer niemand von ihrem Betrieb gestört fühle.

Verunreinigte Hackschnitzel sind der Auslöser für den Nachbarschaftskonflikt.
© privat

Das wiederum wollen mehrere Nachbarn so nicht stehen lassen. Die Probleme würden keineswegs nur einen Nachbarn betreffen, sondern „mindestens fünf Familien“, erklären sie in einem Schreiben an die TT. Sie erneuern darin ihre Kritik: So seien beim Umbau der landwirtschaftlichen Hofstelle zur gewerblichen Reitanlage im Sommer und Herbst 2018 Bauarbeiten auch an Sonn- und Feiertagen getätigt worden – was die Betreiber vehement bestreiten. Auch der Rasen um die Reitanlage sei sonntags gemäht worden, so ein weiterer Vorwurf.

Und man habe „zahlreiche Beschwerden“ bei der Gemeinde einbringen müssen, weil Pferdekot am Starkenweg nicht entfernt worden sei. Der Sistranser Bürgermeister Josef Kofler hatte dazu auf TT-Anfrage erklärt, dass man seinerzeit alle pferdehaltenden Betriebe im Gebiet angehalten habe, dass Verunreinigungen zu entfernen seien. Derzeit liege aber nichts vor.

"Hackschnitzel stammen nicht von uns

Hauptthema bleiben freilich „mit Pferdekot und -urin kontaminierte, gesundheitsgefährdende Hackschnitzel“, die laut den Nachbarn bei Föhnsturm auf ihre Gründe übertragen würden – vom Rasen bis zum Swimmingpool. Betroffen seien „in unterschiedlichem Ausmaß mindestens vier Familien mit zehn Personen“. Wegen der Hackschnitzel wurde sogar ein Zivilverfahren angestrengt, beim ersten Termin am Bezirksgericht Mitte Oktober gab es keine Einigung.

Die Betreiber des Pferdehofs sind der anhaltenden Vorwürfe müde: „Fotos und Beweisvideos zeigen, dass die Hackschnitzel nicht von uns stammen.“ In Frage komme nämlich auch ein angrenzender Reitplatz. Anders als vom betreffenden Nachbarn dargestellt, habe man natürlich auch aktiv das direkte Gespräch gesucht und sei weiter dazu bereit: „Wir wollen einfach nur Ruhe und Frieden.“ Man habe viel Geld ins Pferdeparadies investiert und wolle die Arbeit dort genießen können. „Das ist derzeit leider nur sehr schwer möglich.“ Nun müsse man einfach abwarten, wie es weitergehe. (md)


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