Salzburger Mozartwoche 2021 kann fast komplett stattfinden

„Musico drammatico!“ - Treffender hätte Rolando Villazon das Motto der Salzburger Mozartwoche 2021 nicht wählen können, selbst, wenn er im vergangenen Jahr von den Umständen gewusst hätte, die ihn nun zur Anpassung des Festivalprogramms zwangen. Doch das Kunststück ist gelungen und so wird das Festival der Stiftung Mozarteum im Jänner fast komplett und in voller Länge stattfinden - und mit einem neuen, bis dato unbekannten Mozart-Werk eröffnen.

„In diesen Zeiten muss man bereit für alles sein“, gab sich Villazon im Gespräch mit der APA am Donnerstag optimistisch. Zwar musste sein Programm für die Mozartwoche 2021 etwas Federn lassen, dennoch wird es wie geplant elf Tage und in Summe mit genau so vielen Veranstaltungen wie ursprünglich gedacht stattfinden. Was fehlt, sind die drei großen konzertanten Opernproduktionen. Die konnte nicht einmal Rolando Villazon retten. „Don Giovanni“ verschiebt man deshalb auf die Mozartwoche 2023. Das von ihm dramaturgisch über insgesamt fünf Jahre geplante Programm leide laut Villazon keinesfalls darunter: „Jonglerie! Jede Mozartwoche hat ein Thema, und das muss passen. Aber das Ziel war, dass Andras Schiff und die Cappella Andrea Barca den Da-Ponte-Zyklus bis 2023 spielen, und das werden sie tun. 2023 hätten wir wieder ein Konzertprojekt gefunden, das machen wir jetzt, und so wird einfach getauscht.“

Besagtes Konzertprojekt wird zur Eröffnung am 21. Jänner die Uraufführung eines bisher unbekannten Mozart-Stücks durch Robert Levin sein. Die Stiftung Mozarteum erwarb noch vor der Coronakrise ein dreiteiliges, tanzartiges Klavierstück, das in einem Konzertnachmittag mit dem Titel „94 Sekunden neuer Mozart“ erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. „Dahinter steckt eine abenteuerliche Geschichte, in die auch Robert Levin verstrickt ist. Wie genau, wird aber erst im Konzert verraten. 94 Sekunden ist eigentlich nicht lange, aber bei Mozart ist es ein ganzer Kosmos“, schwärmte Villazon.

Vieles konnte unter Anpassungen und besonderen Maßnahmen auch in das neue Programm übernommen werden. So werden Martha Argerich und Daniel Barenboim wie geplant einen vierhändigen Klavierabend geben und auch die Wiener Philharmoniker und die Camerata Salzburg ihre Konzerte spielen können. Auf 56 Veranstaltungen kommt die Mozartwoche auch deswegen, weil einige Künstler ihre Konzerte zweimal spielen werden. Das Sicherheitskonzept hat die Stiftung Mozarteum von den Salzburger Festspielen übernommen und an die eigene Größe angepasst. „Sicherheit ist das Wichtigste, und ich finde es fantastisch, wie die Festspiele das gemacht haben. Natürlich ist es viel Arbeit, mit den Künstlern zu planen. Sie müssen ihre Programme anpassen, denn wir spielen ohne Pause. Aber sie wollen unbedingt spielen und freuen sich riesig, und auch die Leute haben einen großen Hunger auf Kultur“, so Villazon.

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Anpassungsarbeit musste vor allem bei den szenischen Projekten geleistet werden, auf die der Intendant keinesfalls verzichten wollte: „Für ‚Punkitititi!‘ haben wir sehr gekämpft, und wir schaffen es jetzt nicht mit Livemusik, aber mit Aufnahmen und einem neuen Pantomimen hier aus der Gegend. Auch Magdalena Kozena kann die Uraufführung der Projektes ‚Mozart Moves‘ mit der Choreografie von Reginaldo Oliveira spielen, und die ‚Loteria Mozartiana‘ habe ich auch überarbeitet.“

Ein Zeichen an die Welt soll sie werden, die Salzburger Mozartwoche 2021, und selbst ein erneuter Lockdown würde Villazon nicht aus der Bahn schmeißen: „Ich werde bis zum letzten Moment kämpfen. Natürlich gibt es bei einem kompletten Lockdown den Moment, an dem auch ich nichts mehr machen kann. Aber bis dahin werden wir Wege finden, und ich bin zuversichtlich, dass wir 2022 schon wieder vor vollem Haus spielen können.“ Die Mozartwoche 2021 findet vom 21. bis 31. Jänner trotzdem erst einmal vor halbem Publikum, dafür aber mit doppeltem Einsatz des Teams statt.


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