Ideenfindung fürs Kapuziner-Areal in Imst angestoßen

Die Stadtgemeinde Imst drängt die Diözese Innsbruck dazu, ein gemeinsames Gremium zu bilden, um die Nutzungsmöglichkeiten für das Gelände rund um das Kapuziner-Kloster aufzuzeigen.

„Zusammen würde das ein echtes Caritas-Kompetenzzentrum im Oberland ergeben“, ist Caritas-Direktor Georg Schärmer überzeugt.
© Vanessa Rachlé / TT

Von Thomas Parth

Imst – Bereits vor vier Jahren wurde das Kapuziner-Kloster in Imst aufgelassen. Dann wechselte die Liegenschaft im Imster Stadtzentrum ins Eigentum der Diözese Innsbruck. Zwischenzeitlich machte sich ein Architekturbüro Gedanken, wie eine Nachnutzung der Bestandsgebäude sowie des großteils unverbauten Klostergartens von gut 4500 m2 aussehen könnte. Aber auch Stadt- und Kirchengemeinderat Friedl Fillafer brachte sich bereits vor Längerem in die Diskussion mit ein und regte die Schaffung eines öffentlich zugänglichen und barrierefreien Parks an.

„Die Idee einer Parkanlage, die tagsüber für jedermann nutzbar wäre, stieß sofort auf breite Zustimmung in der Bevölkerung“, erinnert sich StR Fillafer, der diesen Wunschtraum noch längst nicht aufgegeben hat. Das Kloster selbst sowie der Zubau für die Novizen sind denkmalgeschützt. Die restlichen Wirtschaftsgebäude bzw. Garage und Kapuzinersaal weisen keine erhaltenswerte Bausubstanz auf. „Doch im Klostergarten zwei Wohnblöcke hinzuzusetzen, einen für sozial Schwache und einen weiteren, lärmgeschützt dahinter, für Betuchte, das kann keine christliche Lösung sein“, ist Fillafer mit den Vorstudien unzufrieden.

Die Caritas hat Bedarf an Räumlichkeiten angemeldet, weiß Caritas-Direktor Georg Schärmer: „Wir betreiben in Imst bereits ein Lerncafé im Kapuzinersaal, dazu kämen Räume für die Sozialbetreuung, ein Familienhilfe-Stützpunkt sowie eine Fachstelle für pflegende Angehörige mit Ausbildungsmöglichkeiten und einem Demenzschwerpunkt. Zusammen würde das ein echtes Caritas-Kompetenzzentrum im Oberland ergeben.“

Der Klostergarten des Imster Kapuziner-Klosters befindet sich in „bester Lage“
© Parth

Für den bischöflichen Finanzkammerdirektor, Rainer Kirchmair, steht fest: „Das Frühjahr 2021 wird die Zeit, in der wir Nägel mit Köpfen machen. Das Kapuzinerareal in Imst steht bei uns in vorderster Reihe jener Projekte, die wir bald umsetzen wollen und die bereits fixer Bestandteil unserer Finanzplanung sind. Dabei wollen wir in erster Linie den Interessen und Bedürfnissen der Caritas nachkommen, sodass wir mit unserem neuen Bauamtsleiter Martin Moser möglichst rasch in die Umsetzungsphase kommen. Zunächst wird eine 3D-Analyse über die Nutzungsmöglichkeiten erstellt, die ebenfalls bereits budgetiert ist.“

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StR Friedl Fillafer (r.) wünscht sich eine Parkanlage.
© Parth

Der Imster Stadtchef, BM Stefan Weirather, stellt der Diözese derweil die Rute ins Fenster: „Momentan ist noch die Widmung ‚Sonderfläche Kapuzinerkloster‘ auf dem Grundstück.“ Weirather pocht nun auf die bereits versprochene gemeinsame Komission, die sich über die Zukunft des Areals Gedanken machen solle: „Eine Vorstudie hatte Wohnanlagen im Klostergarten vorgesehen. Das war uns zu überdimensioniert, weshalb wir auf neue Ideen und ein Gremium von Stadt und Diözese hofften.“

Während StR Fillafer nicht von der Park-Idee ablässt und „Freiräume in der Innenstadt“ einfordert, sieht BM Weirather die Causa weit abgeklärter. Eine Parkgestaltung „wäre schön“, so Weirather, doch „da muss man schon realistisch bleiben, schließlich hat die Diözese auch Kosten zu tragen und muss einen finanziellen Rücklauf ihrer Ausgaben ebenfalls einkalkulieren“.


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