Melissa Naschenwegs Weg zum Gipfelsieg

Amadeus-Award, Platz eins in den Charts! Der Höhenflug von Melissa Naschenweg lässt sich auch im Corona-Jahr 2020 nicht stoppen.

Melissa Naschenwengs neues Album „Lederhosenrock“ steigt in den Ö-Album-Charts sensationell auf Platz eins ein.
© Adlmann

Von Hubert Trenkwalder

Innsbruck – Ein Interviewtermin mit Melissa Naschenweng ist immer spannend, besonders am Tag vor der Veröffentlichung ihres neuen Albums „Lederhosenrock“.

Noch weiß die 30 Jahre junge Lesachtalerin nichts davon, doch schon 24 Stunden später wird sie auf Platz eins der österreichischen Charts sein. Und das ist keine Überraschung.

Seit Jahren trifft Melissa konsequent ihre Karriereentscheidungen und ordnet dem alles unter. Mit 21 hat sie ihr JUS-Studium „erfolgreich abgebrochen“, wie sie lachend erzählt. „Mir war klar, dass ich mich jetzt voll auf meine musikalische Karriere konzentrieren möchte, und ich habe diesen Entschluss bis heute nie bereut.“

Volksmusik-Pin-Up-Girl Melissa Naschenweng.
© Adlmann

Vor drei Jahren etablierte sie sich endgültig an der Spitze. In nur drei Monaten hat ihr Nummer-1-Chartalbum „Wirbelwind“ die Goldgrenze überschritten, dazu über 180 Auftritte im Jahr und YouTube-Klicks jenseits der 10 Millionen kommen nicht von ungefähr.

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Das Kärntner Lesachtal ist der Boden, wo Melissa herkommt, wo sie lebt, wo sie „musikalisch vom Vater und Großvater sozialisiert wurde“, wie sie meint.

Ohne Harmonika geht da seit ihrer Kindheit nix. Pinke Lederhose, pinke Harmonika, Melissas pinke Welt mitten in den Bergen. Das Selbstbewusstsein ist ihr in die Wiege gelegt, und den Neidern begegnet sie mit einem Lächeln. „Ich vertraue hundertprozentig meinem Gefühl. Ich lasse mir auch von niemandem dreinreden, und verbiegen lass ich mich schon gar nicht. Das hat mir schon mein Opa hinter die Ohren geschrieben.“

Der erste Lockdown im März hat Melissa so wie ihre Kollegen unvermittelt getroffen. „Einer der letzten großen Auftritte war der Bauernbundball 2020 in Innsbruck. Danach fühlte es sich fast an wie ein kalter Entzug“, erinnert sich die erfolgreiche Musikerin. Ein paar sogenannte „Autokonzerte“ im Sommer, und das war’s. Alles andere wurde auf nächstes Jahr verschoben, so auch das Open Air auf der Festung Kufstein (neuer Termin: 18. 9. 2021) vor 4000 Fans, oder ihr großer Auftritt als Support Act von Helene Fischer in Bad Hofgastein (vermutlich nicht vor 2022).

Aber Melissa kann dieser Zeit auch Positives abgewinnen. „Für mich war das Herunterbremsen eigentlich eine Chance, intensiv Zeit mit meiner Familie zu verbringen, und natürlich auch, um das nun vorliegende Album mit möglichst wenig Druck perfekt vorzubereiten.“

Es sei seit Jahren ein Leben am Limit, erzählt die Sängerin: „Ich musste erst lernen, zu erkennen, dass ich im Spitzensport tätig bin.“ Auftrittsabsagen wegen Stimmbandproblemen oder ein Kreislaufkollaps während einer Autogrammstunde, das soll der Vergangenheit angehören.

Und vor der Zukunft ist dem Kärntner Mädl gar nicht bange. „Ich spiel seit 24 Jahren in Lederhosen mit meiner Harmonika, weil ich das bin, und nicht aus Imagegründen. Und wenn ich was Neues probiere, werde ich mitunter neue Fans gewinnen und vielleicht auch welche verlieren.“ Melissa will einfach „authentisch bleiben, dann kann nix schiefgehen“.

Was soll man da sagen: Mit einem Amadeus-Award und einem Nummer-1-Album im Gepäck hat man wohl nicht viel falsch gemacht!


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