Iran plant unbefristeten Corona-Lockdown - Rekordwert in USA

Der Iran plant landesweit einen strengen und unbefristeten Lockdown, um die drastisch steigenden Corona-Fallzahlen zu stoppen. „Der Lockdown wird am 21. November in Kraft treten und ist erforderlich, um Menschenleben zu retten“, sagte Präsident Hassan Ruhani am Samstag. Verschärfungen gibt es auch in Griechenland, während die USA neue Rekordzahlen bei den Corona-Neuinfektionen melden.

Laut Ruhani sollen diese Notfallmaßnahme im Iran unbefristet so lange weitergeführt werden, bis die Fall- und besonders die Totenzahlen sinken. Deutlich gesteigert werden sollen auch die täglichen Corona-Tests. „Das Volk muss die bittere Tatsache akzeptieren, dass dieses Problem uns noch längerfristig begleiten wird und wir solange mit diesem ungewollte Gast leben müssen“, so der Präsident im Staatsfernsehen. Aktuell liegt die Gesamtzahl der Corona-Toten im Iran über 40.000, die der Infizierten bei fast 740.000.

Die Fallzahlen dürften jedoch mehr als doppelt so hoch sein wie angegeben, weil es im Iran laut Gesundheitsexperten noch zu wenige Testmöglichkeiten gibt. Das Gesundheitsministerium hat die Corona-Tests von 25.000 auf 40.000 am Tag erhöht, plant jedoch umgehend auf 100.000 Tests zu kommen. Experten sind der Auffassung, dass für eine Bevölkerung von mehr als 82 Millionen Menschen mindestens 200.000 Tests am Tag erforderlich seien, um an die wahren Fallzahlen zu kommen.

Auch Griechenland verschärft angesichts steigender Fallzahlen seine Corona-Beschränkungen, die seit 7. November gültig sind. Kindergärten und Volksschulen sollen von Montag an bis Ende des Monats geschlossen blieben, erklärten die Behörden. Weiterführende Schulen und Universitäten haben bereits auf Fernunterricht umgestellt. Das Land ist bisher besser durch die Pandemie gekommen als viele andere Staaten in Europa, nachdem es schon wenige Wochen nach dem Ausbruch des Virus in Europa im Februar strenge Lockdown-Maßnahmen ergriffen hatte.

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Bereits seit einer Wochen müssen alle Geschäfte außer Supermärkte, Apotheken und andere lebenswichtigen Geschäfte schließen. Außerdem gilt von 21.00 bis 5.00 Uhr eine allgemeine Ausgangssperre. Ausgenommen sind Berufstätige, die vom Arbeitgeber eine entsprechende Bestätigung mitführen. Wer tagsüber einkaufen oder zum Arzt gehen will, muss per SMS darüber informieren. Die Schulen im Land werden - bis auf Kindergärten und Volksschulen - auf Online-Betrieb umstellen. Überall gilt Maskenpflicht.

Auch die USA verzeichnen derzeit täglich immer neue Höchstwerte der Neuinfektionen. Die Anzahl der registrierten Fälle binnen 24 Stunden erreichte am Freitag 184.514, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Samstagmorgen hervorgeht. Insgesamt wurden nach jüngsten JHU-Angaben in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie rund 10,7 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Mehr als 244 .00 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.461 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind 1.081 Fälle weniger als am Freitag, wie aus den Angaben des RKI von Samstag früh hervorgeht. Auch im Vergleich zum Samstag vergangener Woche ist der Wert etwas niedriger. Zu dem Zeitpunkt hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 23.399 gelegen. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 773.556 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Samstag um 178 auf insgesamt 12.378.

In Italien scheinen die restriktiven Anti-Covid-Maßnahmen der letzten Wochen zu greifen. Zum vierten Tag in Folge wurde ein Rückgang bei der Zahl der Patienten gemeldet, die Behandlung auf den Intensivstationen benötigten, berichtete der Präsident von Italiens Oberstem Gesundheitsinstitut, Franco Locatelli, bei einer Pressekonferenz am Samstag in Rom. Die Epidemiekurve steige weniger schnell.

Der R-Wert sei gesunken, doch die Zahl der Infizierten, der bei circa 41.000 pro Tag liegt, sei immer doch zu hoch, man könne daher im Kampf gegen die Epidemie nicht nachlassen. Ziel sei, den R-Wert unter 1 zu drücken, um zu verhindern, dass das Gesundheitssystem zu stark belastet werde. Der R-Wert zeigt an, wie viele Menschen eine mit dem Virus infizierte Person im Schnitt ansteckt.

Polen verzeichnet binnen eines Tages 548 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion - so viele wie noch nie. Damit sind dort mittlerweile 10.045 Menschen an oder mit dem Virus gestorben, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Zudem werden 25.571 Neuinfektionen gemeldet. Das sind über 2.000 weniger als bei dem Höchstwert vor einer Woche.

Russland verzeichnet erneut einen Höchstwert bei den Corona-Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden sei die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungen um 22.702 auf rund 1,903 Millionen gestiegen und damit so stark wie noch nie, teilen die Behörden mit. Die Zahl der Todesfälle nach einer Infektion habe sich um 391 auf 32.834 erhöht.


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