Erdogan reist zu umstrittenem Besuch nach Nordzypern

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan reist am Sonntag in die international nicht anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Dort will er unter anderem den griechisch-zypriotischen Stadtteil Varosha in Famagusta besuchen, dessen Teileröffnung nach mehr als 40 Jahren durch die nordzypriotische Regierung im Oktober für internationale Kritik gesorgt hat.

Zypern ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt. Im Norden gibt es die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern, die Republik Zypern im Süden ist seit 2004 EU-Mitglied.

Famagusta im Osten der Insel gilt als Sinnbild der Teilung. Die griechisch-zypriotischen Bewohner sind vor türkischen Panzern geflüchtet, aus der Touristenhochburg wurde ein militärisches Sperrgebiet, das heute einer Geisterstadt gleicht. Eine UNO-Resolution aus dem Jahr 1984 untersagt die Ansiedlung neuer Bewohner im Stadtteil. Erdogans Besuch im Stadtteil wird als weiterer Schritt zur türkischen Besiedlung des früheren Urlaubsparadieses gewertet.


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