Eritreas Hauptstadt von Äthiopien aus beschossen

Der Konflikt in Äthiopien spitzt sich offenbar zu. Wie mehrere Diplomaten sagten, wurden am Samstagabend mindestens drei Raketen von Äthiopien aus auf die Hauptstadt von Eritrea gefeuert. Mindestens zwei davon hätten den Flughafen von Asmara getroffen. Eine unabhängige Überprüfung der Berichte war nicht möglich. Inzwischen hat sich die in der nordäthiopischen Unruheregion Tigray regierende Volksbefreiungsfront TPLF zu den Raketenangriffen bekannt.

Der Flughafen von Asmara werde auch von äthiopischen Soldaten genutzt, sagte der TPLF-Anführer Debretsion Gebremichael zur Begründung. Seinen Angaben zufolgte starten in Asmara Flugzeuge, um Luftangriffe in Tigray zu fliegen. Damit sei der Flughafen ein „legitimes Ziel“, sagte Gebremichael.

Eritrea und Äthiopien hatten vor zwei Jahren ein Friedensabkommen geschlossen, nachdem sie vor Jahrzehnten einen blutigen Grenzkrieg (1998-2000) ausgefochten hatten. Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed erhielt für seine Bemühungen 2019 den Friedensnobelpreis. Abiy hat Äthiopien wirtschaftlich und politisch geöffnet, die ethnischen Unruhen jedoch nicht in den Griff bekommen.

Vor gut einer Woche brachen diese wieder offen aus. Es kam zu Kämpfen im Norden des Landes. Dort liefert sich die Regierung einen Konflikt mit einer ethnischen Gruppe, die das Land über Jahrzehnte beherrschte. In der Region regiert die TPLF, einst die dominante politische Kraft im Land. Die Führung in Tigray hatte am Dienstag erklärt, Eritrea habe Soldaten über die Grenze geschickt, um die Regierung von Abiy zu unterstützen. Beweise legte sie nicht vor. Eritrea wies die Vorwürfe zurück. Am Samstag drohte die TPLF damit, Ziele in Eritrea anzugreifen.

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