Hohe Corona-Sterblichkeit in UK auch wegen Übergewicht

Die hohe Corona-Todesrate in Großbritannien führt die frühere medizinische Regierungsberaterin Sally Davies auch auf Übergewicht zurück. „Es gibt eine direkte Korrelation zwischen starkem Übergewicht und hoher Covid-Sterblichkeit“, sagte Davies, am Sonntag dem „Times Radio“. Tausende von Corona-Todesfällen hätten verhindert werden können, wenn die Politik die Übergewichtskrise rechtzeitig und wirksam bekämpft hätte, sagte die Medizinerin.

Fettleibigkeit - definiert als Body-Mass-Index (BMI) über 30 - erhöhe das Risiko, an Covid-19 zu sterben, um fast 50 Prozent.“Einer der Gründe, warum wir ein Problem mit unserem Gewicht haben, ist das strukturelle Umfeld, in dem Werbung, Portionsgrößen und viele andere Dinge eine Rolle spielen“, so Davies, die bis zum vergangenen Jahr die Regierung in medizinischen Fragen beriet.

Premierminister Boris Johnson hatte nach seiner schweren Corona-Erkrankung im Frühjahr das Thema tatsächlich auf die politische Agenda gesetzt und eingestanden, dass die Briten nach den Maltesern die Nation in Europa mit dem höchsten Anteil an Übergewichtigen sei. Bisher blieb es aber bei Ankündigungen. Mit mehr als 65.000 Todesfällen, bei denen Covid-19 auf dem Totenschein erwähnt ist, gilt Großbritannien als das bisher am schwersten von der Pandemie getroffene Land in Europa.

Unterdessen hat Mexiko als elftes Land der Welt die Marke von einer Million nachgewiesenen Coronavirus-Fällen überschritten. Nach neuen Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Samstag (Ortszeit) waren in den vorherigen 24 Stunden 5.860 neue Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 registriert worden. Die Gesamtzahl liegt damit bei 1.003.253. Es kamen zudem 635 Todesfälle infolge einer Covid-19-Erkrankung hinzu. Hier stieg die Gesamtzahl auf 98.259 - den vierthöchsten Wert der Welt.

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Allerdings geht die Regierung wegen einer hohen Übersterblichkeit nach eigenen Angaben davon aus, dass in Wirklichkeit etwa 50.000 mehr Menschen in Mexiko im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind als in der offiziellen Statistik ausgewiesen. Auch die wahre Zahl der Corona-Fälle in dem nordamerikanischen Land - mit knapp 130 Millionen Einwohnern an 10. Stelle der bevölkerungsreichsten Länder der Welt - dürfte wesentlich höher liegen, da dort nur sehr wenig getestet wird.

Mexiko kehrte in den vergangenen Monaten immer mehr zur Normalität zurück - viele wegen der Pandemie geschlossenen Betriebe machten wieder auf. Da in Mexiko-Stadt, einer der größten Städte der Welt, die Auslastung der Krankenhausbetten zuletzt stieg, könnten dort jedoch bald wieder Einschränkungen verhängt werden. Einen Lockdown hat es in Mexiko aber nie gegeben.

In den USA gab es einen temporären Rückgang der Zahlen. Die binnen 24 Stunden neu registrierten Corona-Fälle erreichten am Samstag die Marke von 166.555, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Sonntag hervorgeht. Für Freitag hatte die JHU zunächst 184.514 Fälle und damit einen Höchststand an Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie gemeldet.

In Deutschland meldeten die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag 16.947 Neu-Infektionen mit dem Virus. Das sind 5.514 Fälle weniger als noch am Tag zuvor mit 22 461 neu gemeldeten Fällen innerhalb von 24 Stunden. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 16.017 gelegen.

Seit Beginn der Pandemie hat das RKI insgesamt 790.503 Infektionen erfasst. (Stand: 15.11., 00.00 Uhr) Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus stieg um 107 auf insgesamt 12 485. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 1,05 (Vortag: 0,99). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch gut 100 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Auch in Italien ist am Sonntag die Zahl der Coronavirus-Neuinfizierten gesunken. Die Zahl der Neuansteckungen ging in 24 Stunden von 37.255 auf 33.979 zurück. Die Zahl der bestätigten aktiven Fälle lag damit bei 712.490. Es gab 546 Tote, zwei mehr als am Vortag. Somit beträgt die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Epidemie in Italien am 20. Februar 45.229. Innerhalb von 24 Stunden wurde 195.275 Tests durchgeführt. Am Wochenende ist normalerweise die Zahl der genommenen Abstriche niedriger als an Wochentagen.


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