Bulgarien blockiert EU-Beitrittsgespräche mit Nordmazedonien

Bulgarien hat angekündigt, die EU-Beitrittsgespräche mit dem Nachbarn Nordmazedonien zu blockieren. Zwischen beiden Ländern müssten noch Streitigkeiten über Geschichte und Sprache geklärt werden, sagte Außenministerin Ekatarina Sachariewa am Sonntag. Die EU-Außenminister wollten das Thema eigentlich am 17. November diskutieren. Für den Start von Beitrittsgesprächen ist Einstimmigkeit erforderlich.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte jüngst erklärt, sie setze darauf, dass die EU noch während der deutschen Ratspräsidentschaft Beitrittsgespräche starten könne. Bulgarien hatte bereits gedroht, dies zu verhindern, sollte Nordmazedonien nicht anerkennen, dass deren Sprache nur ein Dialekt des Bulgarischen sei. Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) hatte sich diese Woche zuversichtlich gezeigt, dass Sofia und Skopje ihren Konflikt rasch beilegen können.

Im Vorjahr hatte die nordmazedonische Regierung einen jahrzehntelangen Namensstreit mit Griechenland beendet, indem sie den offiziellen Landesnamen von Mazedonien in Nordmazedonien änderte. Die Namensänderung war Voraussetzung für Beitrittsverhandlungen mit der EU.


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