Tiroler Lehrer wegen Missbrauchs von Schülern vor Gericht

Ein 40-jähriger Lehrer einer Neuen Mittelschule hat sich am Montag am Landesgericht Innsbruck unter anderem wegen Vergewaltigung, geschlechtlicher Nötigung und sexuellen Missbrauchs verantworten müssen. Der Lehrer soll laut Anklage einen Schüler zwei Mal vergewaltigt haben. Zudem soll er über Jahre viele andere Buben geschlechtlich genötigt oder missbraucht haben. Außerdem soll der Angeklagte sexuelle Handlungen heimlich gefilmt und am PC archiviert haben.

Der 40-Jährige wurde in insgesamt 15 Punkten angeklagt. Laut der Staatsanwaltschaft listet die Anklage seit 2009 48 Opfer auf. Viele der missbrauchten Buben waren erst 13 Jahre alt. Nach den Eröffnungsplädoyers der Staatsanwältin und des Verteidigers wurde die Öffentlichkeit für die restliche Verhandlung ausgeschlossen.

Die Staatsanwältin sprach von einem „besonderen Strafverfahren“ aufgrund der hohen Anzahl an Opfern. Da alle Taten durch Fotos und Videoaufnahmen sehr gut dokumentiert seien, war für die Verhandlung keine Einvernahme der Opfer geplant, führte die öffentliche Anklägerin aus. Der Beschuldigte soll zahlreiche Kameras in seiner Wohnung installiert gehabt haben.

Zugang zu den Burschen verschaffte sich der Lehrer über die Schule, erklärte die Staatsanwältin. Der 40-Jährige hatte das Image eines kumpelhaften Lehrers und sei besonders zu den Buben freundlich gewesen. Um die Buben zu überreden, an den Handlungen teilzunehmen, habe ihnen der Angeklagte unter anderem Alkohol, Zigaretten und schulische Vergünstigungen angeboten, er drohte den Schülern aber auch mit schlechten Noten und bloßstellenden Bildern.

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Der 40-Jährige werde sich schuldig bekennen, kündigte sein Verteidiger in seinem Eröffnungsplädoyer an. „Mein Mandant wird sich entschuldigen und die Opfer entschädigen“, sagte der Anwalt. Es gehe in der Verhandlung nun nicht darum, ob der Angeklagte schuldig ist oder nicht, sonder es gehe darum, was passiert ist, dass der 40-Jährige diese gravierenden Taten begangen habe.


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