Projekt zur Frühchen-Pflege: „Eltern sind Spezialisten für ihr Kind“

Der Tiroler Gesundheitsfonds fördert ein Projekt an der Kinderklinik zur Betreuung und Pflege von Frühgeborenen.

Frühgeborene sind sensibel. Die Zuwendung der Eltern hilft.
© tirol kliniken

Innsbruck – Wenn ein Baby zu früh zur Welt kommt, brauchen die Eltern Halt. Viele Fragen gehen ihnen durch den Kopf – die wichtigste: Wird das Kind überleben? Die nächste: Wie lange müssen wir in der Klinik bleiben und wird unser Kind Spätfolgen haben?

„Hier ist es wichtig, die Eltern in den Stationsalltag einzubinden, sodass sie wissen, wie wichtig sie für ihr Kind sind. Unser Bestreben ist es, sie in ihrer Kompetenz als Eltern zu stärken“, sagt Heidi Bauernfeind, Pflegedienstleiterin der Unikliniken für Pädiatrie I–III in Innsbruck. Und: „Generell betrachten wir Eltern als Spezialisten für ihre Kinder.“

Heute ist Weltfrühchentag. 500 Babys werden jedes Jahr an der Innsbrucker Neonatologie aufgenommen. Sie sind zu früh oder krank auf die Welt gekommen, 70 bis 80 von ihnen sind jünger als 32 Schwangerschaftswochen oder leichter als 1500 Gramm.

Mitarbeiter werden regelmäßig geschult

Bereits seit Jahren verfolgt die Klinik das Konzept der entwicklungs- und familienzentrierten Betreuung von Frühgeborenen. Regelmäßig werden Mitarbeiter sämtlicher Disziplinen – von Pflegepersonen und Ärzten über Ergotherapeuten bis zu Diätologen – in Augsburg (D) in einem einjährigen Kurs zu entwicklungsfördernden Neonatalbegleitern ausgebildet. Sie werden darin geschult, wie sie Eltern und Kind bestmöglich zur Seite stehen können. Dabei geht es um Information der Eltern, aber auch um ihre Einbindung in die Pflege, das Vermeiden von Stress sowie entwicklungsfördernde Maßnahmen.

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Seit heuer unterstützt auch der Tiroler Gesundheitsfonds ein zweijähriges Projekt mit 28.000 Euro. „So ist es uns möglich, gleichzeitig mehrere Kollegen und Kolleginnen zur Ausbildung zu entsenden“, so Bauernfeind. 2021 sollen zudem ein Schulungsprogramm für alle Mitarbeiter der Neonatologie entwickelt und Fortbildungen für die Bezirkskrankenhäuser angeboten werden. (thm)


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