„Der Total-Lockdown macht traurig, weil er die Masse trifft“

Enttäuschte, aber verständnisvolle Tiroler Sportfunktionäre hoffen auf das Ende des Lockdowns. Kinder seien die Leidtragenden.

ÖRV-Präsident Markus Prock.
© gepa

Von Florian Madl

Innsbruck – Jetzt muss als­o auch der Tennissport, der von den bisherigen Corona-Restriktionen vergleichsweise verschont blieb, die Konsequenzen ziehen. Einzel-Paarungen waren im Freien zuletzt erlaubt, das änderte sich mit der Nacht von gestern auf heute. Tirols Tennis-Verbandspräsident Walter Seidenbusch nimmt es mit einem Seufzer hin: „Jetzt wurde uns auch noch das letzte Angebot genommen.“ Der Total-Lockdown sei traurig, weil dieser „die Masse trifft“. Zumindest der Spitzensport bleibe von dieser Maßnahme ausgenommen – und der erstreckt sich bis hin zu den Talenten im Teenager-Alter. 30 bis 35 Tennis-Tiroler, schätzt Seidenbusch, profitieren von dieser Ausnahmeregelung.

Auch aus dem Mund von Hubert Piegger, Präsident des ASVÖ Tirol, ist Bedauern zu hören: „Uns geht es nach diesen Maßnahmen nicht besonders“, hält der Sistranser fest. Man versuche, die Vereine mit dem Service des Dachverbands zu unterstützen, Kinder und Jugendliche seien angesichts der zunehmenden Digitalisierung für ihn „das größte Problem“. Ein ehrliches Wort findet Piegger deshalb auch zum vielfach propagierten „Online-Training“ auf diversen Websites: „Das ist eine Alibi-Geschichte, mit der man die Kinder nicht wahnsinnig unterstützen kann.“ Viel wichtiger sei es, dass Eltern mit ihren Kindern etwas unternehmen würden. Die Corona-Maßnahmen an sich müsse man jedenfalls akzeptieren: „Wir werden uns anpassen, sonst kann das Virus kaum besiegt werden.“

Rodel-Legende Markus Prock könnte dem Lockdown vergleichsweise entspannt entgegenblicken: Sein Heim-Weltcup in Igls (28./29. November) findet unter Einhaltung der Auflagen statt, als Fernseh-Sportart muss einem um die Finanzierung nicht bange sein. „Nur jene Vereine, die am Bahnrand ausschenken und nun keine Einnahmen haben, trifft es“, weiß der Medaillensammler früherer Tage. Seine Athleten fallen unter die Spitzensport-Ausnahmeregelung, allerdings würde er sich diese auch für Kinder wünschen: „Ein Amateursportler pausiert im Lauf­e der Saison einmal, aber für Kinder ist die Bewegung immer wichtig.“

Der Generalsekretär des Tiroler Skiverbands, Robert Oberacher, ist unmittelbar vor Beginn der regionalen Wettkampf-Serie „auf Stand-by“. Grund: Der ÖSV arbeitet mit der Regierung an einem Durchführungskonzept. „Das Modell für den Weltcup ist auf Landesebene nicht brauchbar. Es soll eine national einheitliche Lösung geben.“ Die Hoffnung lebe, glaubt Oberacher: „Wir können die Grupp­e – Funktionäre, Trainer, Betreuer und Athleten – gut trennen.“ Siegerehrungen könnten auch virtuell stattfinden, wichtig sei vor allem „der sportliche Vergleich“.

TT-ePaper testen und eine von drei Gasser Tourenrodeln gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Die TT verlost drei Gasser Tourenrodeln und 50 Thermosflaschen

Kommentieren


Schlagworte