Lechtaler Originale: Neues Buch lässt alte Geschichten aufleben

Der Kulturverein LechtalSpuren hat zwei Jahre lang Geschichten von Lechtaler Originalen gesammelt und in Buchform gebracht. Dieses ist ab sofort erhältlich.

Den Einband ziert ein Relief von Adalbert Wolf, geschnitzt von Eduard Luttinger.
© Kulturverein LechtalSpuren

Von Simone Tschol

Elbigenalp – Viele Geschichten wurden früher im Lechtal im Familienkreis, beim Hoagarten mit Nachbarn, Freunden, Bekannten und an Stammtischen erzählt. Doch gibt es immer weniger Möglichkeiten, dieses überlieferte Wissen mündlich weiterzugeben. Gemischtwarenläden haben Supermärkten Platz gemacht, nur wenige Bauer­n treffen sich noch beim „Milchschütten“, Dorfgasthäuser und Stammtische verlieren immer mehr ihren Platz für den Gedankenaustausch. Die Geschichten der Vorfahren verblassen.

Der Kulturverein LechtalSpuren hat es sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele dieser Anekdoten und Geschichten zu erhalten. Eine neunköpfige Arbeitsgruppe rund um Schriftleiter Peter Friedle und Obmann Stefan Hanny ist es jetzt gelungen, über die Ortschronisten Schreibende und Geschichten zu finden. Diese wurden nun in einem Buch mit dem Titel „Wie es einmal war ... Lechtaler Original­e“ zusammengetragen. 44 unterschiedliche, in ihrer Art einmalige Beiträge wurden in den letzten zwei Jahren gesammelt, geschrieben oder redigiert.

Viel Dialekt eingearbeitet

„Wir wollen mit diesem Buch Lechtaler Persönlichkeiten und Geschichten, die nicht im Internet zu finden sind, wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung rufen. All­e diese Personen, über die wir in diesem Buch schreiben, sind schon verstorben, wir haben die Textfreigabe bei den Nachkommen eingeholt“, so Peter Friedle.

Wichtig war dem Verein, den Schreibstil der Autoren zu erhalten und viele Dialektwörter in die Texte einfließen zu lassen.

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Eine kurzer Auszug: Fuahrmannles Reinhard drückte auch manchmal das Ehejoch. Seine Frau war aus Hinterhornbach. Als es beim Heue­n wieder einmal „pressant“ wurde, mahnte ihn seine Frau zur Eile: „G’schlein di, vum Hinterhoarabach kinnt schu der Rega!“ Reinhard antwortete bestimmt: „Vum Hinterhoarabach isch no nia eppas G’scheits auße kennt!“

"Vielleicht gibt es einen Folgeband"

Originale müssen nicht automatisch lustig sein. Das Buch enthält Geschichten von Personen, die in der NS-Zeit verfolgt wurden, berührende Beiträge wie auch lustige Situationen, historische Episoden, Rezepte, Gedichte und Sprüche.

Natürlich gibt es auch viel­e Originale, die noch leben, und viele Verstorbene, die auch erzählenswerte Lebensgeschichten haben. Hanny: „Vielleicht gibt es einen Folgeband. Alle, die alte Geschichten kennen, sind eingeladen, diese niederzuschreiben oder uns mitzuteilen. Unter info@lechtalspuren.at sind wir erreichbar. Manuskripte können in der Wunderkammer abgegeben werden. “

Erhältlich ist das 210 Seiten starke Buch in der Wunderkammer in Elbigenalp, in den Sparmärkten in Elbigenalp und Bach, im Buchhandel in Reutte, im Museum Grünes Haus und in der Burgenwelt Ehrenberg. Preis: 19,90 Euro.


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