Exporte vereinfachen: „Standards helfen, Innovation zu verbreiten“

Das Netzwerk „Austrian Standards“ erarbeitet Normen, um Exporte zu vereinfachen. Ein internationaler Marktführer ist die Tiroler Rohre GmbH.

Die Rohre für die Wasserzufuhr von Beschneiungsanlagen stammen sehr oft von der Tiroler Rohre GmbH.
© TRM

Von Verena Langegger

Innsbruck, Wien – Insgesamt gibt es in Österreich 23.500 Standards – vom Schnuller bis zum Smartphone, vom metrischen Gewinde bis zum Qualitätsmanagement und von der Blockchain bis zur Bratwurst. Ein Standard sei dabei aber nie Selbstzweck, sondern „liefert Lösungen für konkrete Problemstellungen aus der Praxis“, sagt Elisabeth Stampfl-Blaha, Direktorin des Netzwerks „Austrian Standards“.

Ein Paradeunternehmen und Vorreiter ist die Tiroler Rohre GmbH (TRM). Für Geschäftsführer Max Kloger geht es nicht ohne Standards, denn „sonst kann man international nichts verkaufen“. Besonders innovativ ist TRM bei der Herstellung von „künstlichem Schnee“. „Mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit fließt das Wasser auf den Bergen durch Tiroler Rohre“, sagt Kloger. Zurückgegriffen werde dabei auf die so genannte Önorm. Daneben fertigt das Tiroler Unternehmen auch hochwertigste Rohrsysteme für die Trinkwasser- und Abwasserentsorgung, aber auch Brandbekämpfung.

Umsatz im Lockdown zurückgegangen

„Normen vereinfachen den Zugang zu internationalen Märkten und bauen Hindernisse ab.“ Elisabeth Stampfl-Blaha 
(Austrian Standards)
© Lipiarski

Da die Turbinenleitungen in diesen Bereichen mit Betriebsdrücken von bis zu 100 bar arbeiten, sei Sicherheit bei dieser Beanspruchung der Rohre von größter Bedeutung. Ebenfalls von TRM entwickelt und weltweit gefragt ist ein spezielles Fertigteilpfahlrammsystem, um schwierigste Untergründe im Spezialtiefbau einfach und sicher zu befestigen. Der erste Lockdown im März habe bei TRM einen Umsatzrückgang von 30 Prozent bedeutet, in den zweiten Lockdown gehe man „optimistisch“, sagt Kloger. Es gebe unverändert Drei-Schicht-Betrieb, sämtliche Corona-Hygienestandards würden eingehalten, der Betrieb blieb bisher von Corona-Clustern verschont. Für das laufende Geschäftsjahr wird noch nicht mit Einbußen gerechnet, sollte der Wintertourismus mit dem für TRM wichtigen Thema Beschneiung jedoch nicht stattfinden, könnte es zeitversetzt zu Einbrüchen kommen.

Wichtige Exportländer sind Ost- und Südeuropa, Deutschland, Italien, Frankreich und die USA. Investitionen in neue Technologien sollen Nischen und dort neue Märkte erschließen. Und genau das will Austrian Standards. Als Teil eines internationalen Netzwerks will die unabhängige Plattform, die seit 100 Jahren besteht, die Wettbewerbs- und Exportfähigkeit der österreichischen Wirtschaft erhalten. „Standards werden im Wirtschaftsleben auch als rascher Zugang zu anerkanntem Praxiswissen gesehen und helfen Betrieben, Kosten zu sparen, effizienter zu arbeiten und Innovationen zu verbreiten“, sagt Stampfl-Blaha. Denn: „Normen vereinfachen den Zugang zu internationalen Märkten und bauen Hindernisse ab.“ Und sie nennt weitere erfolgreiche Beispiele aus Österreich: etwa die MAM-Schnuller oder die Doppelmayr-Seilbahnen.

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