Religionsgemeinschaften beraten über Vorgehen im „Lockdown“

Vertreter der Religionsgemeinschaften beraten am Montag gemeinsam mit Kultusministerin Susanne Raab (ÖVP) über das weitere Vorgehen im „Lockdown“. Schon zuvor hatten die römisch-katholische sowie die evangelische Kirche angekündigt, alle Gottesdienste während dieser Zeit auszusetzen. Die Religionsausübung ist von der Regierung ausdrücklich erlaubt, die Religionsgemeinschaften verhängten damit aber freiwillige Maßnahmen, um die Corona-Infektionszahlen einzudämmen.

Für das persönliche Gebet werden die katholischen Kirchen auch im „Lockdown“ weiter offen bleiben. Gottesdienste können hingegen wie im Frühling nur in verschlossenen Räumen und im kleinsten Kreis stellvertretend für die Gemeinde gefeiert werden. Damit ist gesichert, dass die Eucharistiefeier stattfinde und man über die Medien mitfeiern könne. Darüber hinaus sei auch im „Lockdown“ die seelsorgliche Begleitung von Kranken und Sterbenden weiterhin möglich, wie auch aus der Verordnung der Bundesregierung hervorgeht.

Der evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka, der evangelisch-reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld und der evangelisch-methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs riefen am Montag die Pfarrgemeinden zum Aussetzen der Gottesdienste ab 17. November auf. „Das tun wir freiwillig aus Solidarität mit der Gesamtgesellschaft“, betonten sie gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. Gleichzeitig hielten die Evangelischen Kirchen fest, dass sie auch eine Regelung auf dem Verordnungsweg nicht als Eingriff in die Religionsfreiheit betrachtet hätten.

Die entsprechenden Beschlüsse zum Aussetzen der Gottesdienste werden in den Presbyterien, das sind die gewählten Leitungsgremien der evangelischen Pfarrgemeinden, getroffen. Die für Mitte November und Anfang Dezember geplanten Synoden der evangelisch-lutherischen und der evangelisch-reformierten Kirche sowie die gemeinsame Generalsynode A.B. und H.B. werden aufgrund der anhaltenden Corona-Krise abgesagt. Die nächste Synode A.B. sowie die Generalsynode sollen im Juni 2021 in Graz stattfinden.

Auch die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) setzt während des „Lockdowns“ ihre Gottesdienste aus. In den Moscheen werde es bis zum Ende der Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Infektionen keine Freitags- und Gemeinschaftsgebete geben, hieß es am Montag. Darauf habe man sich bei der Videokonferenz mit Kultusministerin Susanne Raab (ÖVP) verständigt.


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