Zwei ÖBSV-Athleten positiv getestet: Heimreise statt Weltcup-Auftakt

Die Tiroler Samuel Maier (Skeleton) und Markus Treichl (Bob-Pilot) wurden vor dem ersten Weltcup in Sigulda positiv getestet – mit Folgen für das Team.

Der Rumer Samuel Maier kann sich diesmal nicht in die Steilkurve legen.
© gepa pranter

Von Günter Almberger

Sigulda – Die Vorfreude im heimischen Bob- und Skeleton-Lager auf den Weltcup-Auftakt war groß. „Endlich geht es los!“, war in den sozialen Netzwerken von den Athleten zu lesen. Doch ehe es im lettischen Sigulda ernst wurde, war Schluss mit lustig. Grund wie so oft: positive Corona-Tests! Erwischt hat es Markus Treichl (Bob-Pilot) und Samuel Maier (Skeleton) – welche Ironie des Schicksals: Sein Vater Manfred fungiert als Covid-Beauftragter des Weltverbands. Neben den zwei Tirolern gab es positive Tests bei den Teams aus Russland und der Schweiz.

„Uns geht es gut, wir sind symptomfrei“, erklären Maier und Treichl. Die TT erreichte die beiden Tiroler im Auto auf der Rückreise nach Innsbruck in Litauen. „Wir dürfen nicht stehen bleiben, deshalb fahren wir durch und wechseln uns am Steuer ab“, betont Maier. Die Enttäuschung, aber auch ein wenig Ungläubigkeit schwingt in den Stimmen der ÖBSV-Athleten mit. „Im ersten Moment war es ein Schock. Ich konnte es nicht glauben, ich war ja noch tags zuvor in Innsbruck vor der Abreise negativ getestet worden. Erst als in Sigulda noch ein zweiter PCR-Test und ein Bluttest positiv waren, glaubte ich nicht mehr an einen Fehltest“, gestand der Rumer. Bei seinem Sistranser „Leidensgenossen“ Treichl gab es hingegen im Vorfeld einen positiven Test bei einem seiner Anschieber. „Ich bin danach negativ getestet worden, ich hatte keinen Kontakt zu ihm. Daher gab es auch grünes Licht von den Ärzten“, so Treichl.

Der Sistranser Markus Treichl muss nach einem positiven Corona-Test unverrichteter Dinge wieder aus Lettland abreisen.
© gepa osterauer

Die restlichen ÖBSV-Athleten wurden in Sigulda negativ getestet, da aber die Bob-Fraktion mit Treichl Kontakt hatte, hieß es entweder Quarantäne oder Abreise. „Wir haben uns sofort entschlossen, die Sportler nach Hause zu holen. Dort werden sie ehestens neuerlich getestet und ärztlich betreut. Die gemeinsame Anstrengung lautet nun, sie für den Heimweltcup in Igls fit zu bekommen“, erklärte ÖBSV-Geschäftsführer Franz Huber.

Bedient zurück blieben die Trainer Walter Stern (Skeleton) und Wolfgang Stampfer (Bob), die vor Ort keinen Kontakt zu den betroffenen Sportlern hatten. „Ich bin getrennt mit dem Auto angereist. Im Hotel hatten wir alle Einzelzimmer. So kann zumindest Florian Auer an den Start gehen. Janine Flock wohnt sowieso in einer privaten Unterkunft“, sagt Stern. Stampfer bleibt nur noch der Damen-Bob mit Katrin Beierl zu betreuen: „Die Enttäuschung ist groß, wir verpassen hier zwei Weltcups. Hoffentlich sind bis Igls alle fit. Man muss sich damit abfinden, aber wir werden nicht die Letzten sein, die es erwischt.“


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