Alt-BM Nagl: „Bei Korruptionsvorwurf hört sich der Spaß auf“

Axams Altbürgermeister Nagl klagte FPÖ-Gemeinderat Nagl nach Korruptionsvorwürfen und bekam nun Recht.

Rudolf Nagl, Altbürgermeister von Axams.
© Böhm

Von Denise Daum

Axams – Bei dem Vorwurf der Korruption war für Rudolf Nagl, Altbürgermeister von Axams, die Schmerzgrenze erreicht. „Ein Politiker braucht eine dicke Haut, das ist schon klar. Aber alles muss man sich auch nicht gefallen lassen.“ Deshalb zog Nagl gegen FPÖ-Gemeinderat Harald Nagl vor Gericht, nachdem dieser in einem Regionalmedium die Äußerung getätigt hatte, dass die Baubescheide für das Projekt „Hintermetzentaler“ durch Korruption zustande gekommen seien. Der ehemalige Axamer Bürgermeister bekam in dem Zivilverfahren Recht. Harald Nagl hat es damit in Zukunft nicht nur zu unterlassen, im Zusammenhang mit den Baubescheiden für das Projekt Hintermetzentaler von Korruption zu sprechen. Er muss diese Behauptung auch auf seine Kosten als unrichtig widerrufen.

Rudolf Nagl ist zufrieden. „Jetzt ist Schluss mit der Anpatzerei. Ich habe das Amt des Bürgermeisters 18 Jahre lang nach bestem Wissen und Gewissen ausgeübt. Und dann wird mir Geldannahme unterstellt, das kann es wohl nicht sein.“

Harald Nagl versteht das Urteil indes nicht und bezeichnet die Rechtslage als „lächerlich. Weil strafrechtlich bin ich in dieser Sache ja freigesprochen worden“, so der FPÖ-Politiker. Tatsächlich ist Rudolf Nagls Nachfolger, Bürgermeister Christian Abenthung, in derselben Angelegenheit vor das Strafgericht gezogen. Im Prozess wegen übler Nachrede am Landesgericht wurde Nagl im Mai dieses Jahres im Zweifel freigesprochen. Nagl hatte nämlich beschworen, dass der Artikel in dem Regionalmedium irrtümlich erschienen war. „So gesehen juckt mich die Entscheidung des Zivilgerichts – ich darf nicht behaupten, dass diese Baubescheide mit Korruption entstanden sind – nicht im Geringsten“, erklärt Harald Nagl gegenüber der TT.

Unbeeindruckt zeigt sich Nagl auch von einer anderen Entscheidung, die sich gegen ihn richtet: Sein jahrzehntealter Rohbau an der Innsbrucker Straße in Axams soll bis zum Ende des Monats abgerissen werden. „Der Abbruchbescheid ist rechtskräftig. Der Hauseigentümer hat bis 30. November Zeit, den Abbruch durchzuführen“, bestätigt Bürgermeister Christian Abenthung.

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Harald Nagl will aber nichts dergleichen tun. Vielmehr werde er ein Bauansuchen stellen und den Rohbau fertigstellen, wie er sagt. „Dann werde ich meine Wohnung und meinen Betrieb dort ansiedeln.“


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