Land sucht neuen Gesundheitsdirektor

Landesregierung hat gestern Gesundheitsabteilung und Katastrophenmanagement neu aufgestellt.

Das Krisenmanagement soll in Tirol komplett neu aufgestellt werden, das Land stellte dafür am Dienstag die Weichen.
© Land Tirol

Innsbruck – Hinter den zwei neuen Abteilungen im Land, die gestern von der schwarz-grünen Landesregierung gebildet wurden, verbergen sich weitreichende Auswirkungen in der Tiroler Landesverwaltung: Schließlich wird die Gesundheitsabteilung völlig umstrukturiert und das Krisen- und Katastrophenmanagement ebenfalls neu aufgestellt. Das sind die internen Konsequenzen aus dem Bericht der Ischgl-Kommission, die von der Landesregierung gezogen werden.

Schließlich stand vor allem die Landessanitätsdirektion im Mittelpunkt der Kritik, ihr wurden Fehleinschätzungen am Beginn der Corona-Pandemie in Tirol vorgehalten. Mit der Neustrukturierung wird sie künftig einer übergeordneten Gesundheitsdirektion unterstellt. Zu den weiteren Bereichen, die dann zur Gruppe Gesundheit gehören, zählen der Öffentliche Gesundheitsdienst, Gesundheitsrecht und Krankenanstalten, die Pflegeabteilung sowie die Landesveterinärdirektion.

Politisch zuständig dafür ist Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP), für die Führung der neuen Abteilung sucht das Land jetzt einen Gesundheitsdirektor. Die öffentliche Ausschreibung erfolgt in den nächsten Wochen auf Basis der neuen Geschäftseinteilung. Doch nicht nur der Gesundheitsbereich erhält eine geänderte Gliederung, im Zentrum für Krisen- und Katastrophenmanagement führt das Land ebenfalls zentrale Abteilungen zusammen: Krisen- und Katastrophenmanagement, Feuerwehr- und Rettungswesen, Leitstelle und Landeswarnzentrale sowie das Fachgebiet Schutz vor Naturgefahren und Evakuierungsmanagement inklusive Landesgeologie.

Auch für das Krisenmanagementzentrum wird die Leiterfunktion öffentlich ausgeschrieben. Hinter den Kulissen wird allerdings bereits ein Name gehandelt: Elmar Rizzoli, der Chef des aktuellen Corona-Krisenstabs im Land. Rizzoli ist eigentlich Chef der Mobilen Überwachungsgruppe (MÜG) in der Landeshauptstadt Innsbruck, die er in den vergangenen Jahren federführend aufgebaut hat. Derzeit hat ihn das Land allerdings von der Stadt Innsbruck für die Corona-Koordination „ausgeliehen“. Möglicherweise wechselt Rizzoli vollständig in den Landesdienst.

Es gilt als wahrscheinlich, dass sich Rizzoli für die Leiterfunktion bewerben wird. Mit dem Krisenmanage­mentzentrum allein ist es aber noch nicht getan, schließlich sollen auch Detailkonzepte und Einsatzpläne für das Krisenmanagement auf den Ebenen der Bezirke und des Landes Tirol erstellt werden. Dazu braucht es funktionierende Schnittstellen mit der Gesundheitsdirektion. (pn)


Kommentieren


Schlagworte