Land stärkt Kalbfleischabsatz mit einer halben Million Euro

Nur 30 Prozent des in Österreich verzehrten Kalbfleisches stammt von heimischen Bauern. Eine Initiative der Landesregierung soll jetzt den Absatz und damit auch die Produktion im Land ankurbeln.
© Böhm Thomas

Innsbruck – 70 Prozent des in Österreich verzehrten Kalbfleisches werden importiert. Das heimische Kalbfleisch ist kaum konkurrenzfähig, weil es nach höchsten Tierwohl- und Umweltstandards produziert wird und teurer ist als die Importware. Das will die Landesregierung nun ändern.

„Wir wollen die Wettbewerbsfähigkeit von heimischem Kalbfleisch stärken. Mehr Tiroler Fleisch auf dem Teller heißt somit weniger Tiertransporte auf der Straße“, erklärt LHStv. Josef Geisler (ÖVP) das Ziel der Initiative. Bis Ende 2021 stehen 480.000 Euro zur Verfügung, um bäuerliche Betriebe, die Vollmilchmastkälber für den heimischen Markt produzieren, zu unterstützen. Heuer und im nächsten Jahr sollen damit zusätzlich 4000 Kälber in Tirol vermarktet werden. Qualität und Tierwohl seien dabei das oberste Gebot, betont Geisler. Sein Appell lautet: „Die Konsumenten haben es in der Hand. Kaufen Sie heimisches Fleisch!“

Das Land hat bereits in der Vergangenheit über die Agrarmarketing Tirol zahlreiche Initiativen gesetzt, um den Absatz von heimischem Qualitätsfleisch zu erhöhen. Marken wie „Tiroler Almrind“, „Kalbli“, „Grauvieh Almochs“ oder „Tiroler Jahrling“ würden sich gut entwickeln. Die Erfolge der Qualitätsfleischprogramme könnten aber nicht wettmachen, dass der Fleischabsatz in Richtung Gastronomie wie bereits im Frühjahr zum Erliegen gekommen sei. Geisler: „Wir haben Handlungsbedarf.“ (TT)


Kommentieren


Schlagworte