Iran meldet wieder Höchstwert an Corona-Neuinfektionen

Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen im Iran haben erneut einen Höchstwert erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Dienstag wurden binnen eines Tages 13.352 Neuinfektionen registriert. Leicht zurückgegangen sind die Zahlen in den USA, wo mehr als 165.000 neue Corona-Infektionen gemeldet wurden. Auch in Frankreich gehen die Zahlen zurück, trotzdem soll der harte Lockdown aufrecht erhalten bleiben.

Ebenfalls innerhalb eines Tages starben im Iran 482 Corona-Patienten an dem Virus. Damit liege die Gesamtzahl der Infizierten bei fast 790.000, die der Corona-Toten bei über 42.000, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen.

Die Fallzahlen dürften jedoch mehr als doppelt so hoch sein wie angegeben, weil es in dem Land mit mehr als 82 Millionen Einwohnern zu wenig Testmöglichkeiten gibt. Um die drastisch steigenden Fallzahlen zu stoppen, wird die Islamische Republik am nächsten Wochenende landesweit strenge und unbefristete Lockdowns einführen. Außerdem wurde zwischen 21.00 und 4.00 Uhr auch eine Ausgangssperre für Personenwagen verhängt.

Die USA verzeichneten mehr als 165.000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Am Montag meldeten die Behörden 166.045 neue Fälle, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore vom Dienstagmorgen (MEZ) hervorging. Der bisher höchste Wert war am Freitag registriert worden, als mehr als 177.000 Fälle gemeldet wurden. Die Zahl der Toten binnen 24 Stunden lag bei 995.

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Insgesamt haben sich in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 11,2 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Rund 247.000 Menschen starben bisher - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Südkorea verschärft angesichts des Aufwärtstrends bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus erneut die Versammlungsbeschränkungen. Vorerst sind jedoch nur die Region um die Hauptstadt Seoul und ein großer Teil der nordöstlichen Provinz Gangwon betroffen. Die verschärften Schutzmaßnahmen für zwei Wochen seien nötig, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern, sagte Gesundheitsminister Park Neung Hoo am Dienstag. Auch kündigte Park an, die Zahl der Virustests zu erhöhen.

Am Montag wurden nach Angaben der Behörden 230 neue Fälle erfasst. Die Gesamtzahl der Infektionen mit Sars-CoV-2 erhöhte sich demnach auf knapp 29.000. Bisher wurden in dem 52-Millionen-Einwohner-Land 494 Todesopfer in Verbindung mit dem Virus gemeldet. Bisher kam Südkorea ohne großflächigen Lockdown aus.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind rund zehn Prozent der Sterbefälle in Schweden auf Covid-19 zurückzuführen. Damit war die durch das Corona-Virus ausgelöste Krankheit die dritthäufigste Todesursache, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung der Obersten Sozialbehörde des Landes. Im ersten Halbjahr 2020 waren rund 51.500 Menschen in Schweden gestorben, 14.000 davon an Herz- und Kreislauferkrankungen, 11.600 an Tumoren und 5.500 an Covid-19.

Die Krankheit habe dazu beigetragen, dass die Sterblichkeit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei Frauen um zehn Prozent und bei Männern um 14 Prozent gestiegen sei, hieß es weiter. Im April sei Covid-19 sogar die häufigste Todesursache gewesen.

Schweden hat im Vergleich zu den anderen nordischen Ländern recht viele Sterbefälle durch die Pandemie zu verzeichnen. Schweden war eines von wenigen Ländern, die zu Beginn der Pandemie das öffentliche Leben weitgehend uneingeschränkt ließen. Es gab vergleichsweise viele Infektionen.

Bis zum Dienstag waren mehr als 6.000 Menschen in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Nachdem die Zahlen im Sommer deutlich zurückgegangen waren, sind sie nun im Herbst wieder angestiegen.

Italienische Ärzte drohen mit Protestaktionen gegen den hohen Arbeitsdruck infolge der zweiten Coronavirus-Epidemiewelle. In einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben beklagten die Ärztegewerkschaften die schwierigen Arbeitsbedingungen des Gesundheitspersonals.

Die Ärzte in den Krankenhäusern seien zu langen Arbeitsschichten gezwungen, auch weil sie für am Coronavirus erkrankte Kollegen einspringen müssen. Über 20.000 Ärzte und Krankenpfleger hätten sich in den vergangenen Wochen infiziert, die Sicherheitsvorkehrungen für das Gesundheitspersonal seien unzulänglich. 196 Ärzte seien seit Beginn der Epidemie im Februar in Italien gestorben.

Italien ist seit Oktober mit einer zweiten Coronavirus-Infektionswelle konfrontiert. Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Epidemie in Italien am 20. Februar 45.773. In mehreren Regionen wurden Teil-Lockdowns verhängt.

Nach den Worten von Gesundheitsminister Olivier Veran gewinnt Frankreich die Kontrolle über das Coronavirus zurück, erhält den Lockdown aber aufrecht. „Wir sind in einer Phase, in der die Pandemie zurückgeht, selbst wenn sie auf hohem Niveau bleibt“, sagte Veran am Dienstag dem Fernsehsender BFM. Allerdings könne man noch keinen Sieg ausrufen.

„Wenn wir unsere Anstrengungen zu früh aufgeben und die Beschränkungen lockern, dann könnten wir einer neuen Epidemie ausgesetzt sein, die die harte Arbeit des französischen Volkes der vergangenen Wochen zunichtemacht“, so Veran. Wegen steigender Infektionszahlen hatte die Regierung zunächst Mitte Oktober in den Großstädten Ausgangsbeschränkungen verhängt. Weil dies nicht zu der erhofften Verlangsamung der Corona-Ausbreitung führte, folgten Ende Oktober massive landesweite Beschränkungen. Diese sind allerdings nicht ganz so streng wie die vom 17. März bis 11. Mai.

Am 7. November erreichte die Zahl der an einem Tag verzeichneten Neuinfektionen mit 86.852 den Höchststand. Seither geht der Wert zurück, am Montag wurden noch 9.406 Neuinfektionen gemeldet. Zugleich aber liegen mit rund 33.500 so viele Corona-Patienten wie nie zuvor in den Krankenhäusern. Mit fast zwei Millionen Fällen verzeichnet Frankreich weltweit die vierthöchste Infektionszahl nach den USA, Indien und Brasilien. Bisher starben 45.054 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus - Frankreich liegt damit auf Platz sieben.

Wegen des Rückgangs der Neuinfektionen mehren sich die Forderungen nach einer Lockerung der Beschränkungen. Allen voran die Geschäfte, die die Konkurrenz des Online-Handels fürchten, wollen wieder öffnen - vor allem am umsatzstarken Rabattwochenende um den „Black Friday“ vom 27. bis 29. November. Gesundheitsminister Veran lehnt dies ab. Zwar breite sich das Virus langsamer aus als zu Beginn der Ausgangssperren und der drastischen Einschränkungen, doch sei es jetzt wichtig, Kurs zu halten, argumentiert er. „Ich möchte, dass wir langfristig effizient sind.“


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