Grüne: Zugewinner bei der Wien-Wahl in der Krise

Heftige Debatte bei den Wiener Grünen. Die einen beklagen den Umgang mit Birgit Hebein, die anderen beklagen ihren Umgang mit anderen.

Bisherige Wiener Vizebürgermeisterin Birgit Hebein.
© APA

Von Karin Leitner

Wien –Am Samstag tagt die so genannte Landesversammlung, das höchste Gremium der Wiener Öko-Partei; corona-bedingt wird via Zoom kommuniziert. Gemütlich sind derlei Zusammenkünfte bei den Grünen nie – weil es keine „Message Control“ gibt. Und so wird auch immer wieder das Tun von Spitzenvertretern moniert. Auch für dieses Wochenende ist kein Friede-Freude-Eierkuchen-Stelldichein zu erwarten. Leute aus der Basis beklagen den internen Umgang mit der bisherigen Vizebürgermeisterin Birgit Hebein. Als Klubchefin hat sie kandidiert, detto als nicht-amtsführende Stadträtin (den Grünen stehen zwei solche Posten zu). Für diese wie jene Funktion war eine große Mehrheit gegen sie.

Viel Kritik gibt es ob dessen, auch in sozialen Netzwerken. Der Tenor: Mit Hebein hätten die Wiener Grünen am 11. Oktober das beste Wahl-Ergebnis in ihrer Stadtgeschichte gehabt, trotzdem werde eine Frau von „alten, weißen Männern abmontiert“. Die künftige Gemeinderatsabgeordnete Viktoria Spielmann, eine Vertraute Hebeins, sagt: „Ich kämpfe gegen Entscheidungen, die durch die Hintertür gegen den Willen der Basis getroffen werden. Und ich kämpfe dagegen an, dass Frauen (erneut) von Männern zu deren Gunsten entmachtet werden.“ Von anderen Grünen heißt es, dass es nach außen hin nach einer böswilligen Demontage erscheine, verwundere nicht.

Eine „zweite Hebein hinter der Fassade“

Dass das Gros der Mandatare – und im Klub seien mehrheitlich Frauen – Hebein weder als Fraktionschefin noch als Stadträtin wolle, habe aber Gründe. Und die hätten mit Frausein nichts zu tun: Es gebe eine „zweite Hebein hinter der Fassade“. Sie gehe schlecht mit „Untergebenen“ um, habe gezeigt, dass sie „für Führungspositionen ungeeignet“ sei. Und lasse sich nun zur „Märtyrerin“ stilisieren. Grünen-Chefin ist Hebein nach wie vor, der reguläre Parteitag mit der Wahl der Spitze ist Ende 2021.

Bis dahin will die vormalige Verkehrsstadträtin Frontfrau bleiben: „Die Opposition stellt uns vor neue politische Herausforderungen. Dem werden wir uns gemeinsam stellen.“ Abgeordnete wird sie aber nicht: „Wenn der Klub mehrheitlich kein Vertrauen mehr in mich hat, dann werde ich mein Gemeinderatsmandat nicht annehmen.“ Sie mache nämlich „keine halben Sachen“.

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