Corona-Management: Regierung büßt an Vertrauen ein

Nur mehr die Hälfte der Bevölkerung ist zufrieden mit dem Corona-Management der türkis-grünen Bundesregierung.

Immer weniger Menschen sind der Meinung, dass die türkis-grüne Bundesregierung richtig mit der Corona-Krise umgeht.
© APA

Wien – Nur mehr die Hälfte der Bevölkerung ist zufrieden mit dem Corona-Management der türkis-grünen Bundesregierung. Das ist der niedrigste Wert seit März. Damals meinten noch 91 Prozent der Befragten, dass die Regierenden mit der Krise richtig umgehen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Gallup-In­stituts unter 1000 Personen.

Die Studie fördert auch anderes Interessantes zutage. So hat der Anteil jener, die befinden, dass die Pandemie nicht unter Kontrolle sei, mit 83 Prozent den höchsten Wert seit dem Ausbruch der Krise erreicht. Zudem haben wieder mehr Menschen Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Erstmals seit April ist auch die Bereitschaft gestiegen, vorübergehend Freiheitsrechte aufzugeben (80 Prozent).

Zum ersten Mal ist knapp mehr als die Hälfte der Befragten (51 Prozent) der Ansicht, dass die Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung mehr Schäden verursachen werden als Covid-19 selbst. 56 Prozent fürchten, dass Freiheitseinschränkungen und soziale Isolation indirekt mehr Schäden verursachen werden als Corona. Und 63 Prozent glauben, dass die wirtschaftlichen Folgen der Maßnahmen das Leben von mehr Menschen zerstören werden als Covid-19.

Beim Medienkonsum mache sich Ermüdung breit

Gefragt wurde auch, wie sich die Österreicher im Vergleich zu anderen EU-Ländern sehen: 60 Prozent der Österreicher sind der Meinung, dass es ihnen in der Corona-Krise besser geht als Menschen in anderen EU-Ländern. Allerdings sind nur 42 Prozent der Meinung, dass Österreich bei der Bewältigung der Corona-Krise mehr Erfolg als andere habe, und nur 39 Prozent finden, dass die österreichische Regierung eine bessere Strategie als andere EU-Länder verfolge.

Beim Medienkonsum mache sich Ermüdung breit, die mittlerweile bei 81 Prozent dazu geführt habe, gelegentlich bewusst Nachrichten über Corona zu vermeiden, sagt die Leiterin des Gallup-Instituts, Andrea Fronaschütz. Als Grund geben 45 Prozent der Befragten an, dass sie sich durch zu viele Nachrichten überlastet fühlen – und es schwierig sei, den Überblick zu behalten. In Sachen Glaubwürdigkeit befindet sich die Tiroler Tageszeitung unter den Top-5-Zeitungen österreichweit. (sas)


Kommentieren


Schlagworte