Josef Geisler: „Energiewende nur mit Wasserkraft“

Das Land verteidigt seine Strategie, das Isel-Manifest fordert dagegen Stopp aller Kraftwerksbauten.

In Tirol gibt es rund 900 Wasserkraftanlagen. (Symbolfoto)
© Stadtwerke Imst

Innsbruck – Rund 900 Wasserkraftanlagen gibt es in Tirol, rund ein Viertel des derzeit hierzulande produzierten Stroms stammt aus Kleinwasserkraftwerken. „Wir wollen die Energie, die wir benötigen, im Land aus erneuerbaren Energieträgern produzieren. Dazu müssen wir jede verfügbare heimische Ressource bestmöglich nutzen“, betont LHStv. Josef Geisler (ÖVP). Er verteidigt die Strategie des Landes, auf dem Weg zur Energiewende einerseits den Energiebedarf zu reduzieren, andererseits aber die Stromgewinnung aus Wasserkraft auszubauen.

„Wer glaubt, die Energiewende sei ohne Wasserkraft zu schaffen, irrt gewaltig“, so Geisler. Bis 2050 werde sich der Bedarf an elektrischer Energie durch den Ausstieg aus fossilen Energieträgern verdoppeln. Um diesen Strombedarf decken zu können, müssen bestehende Kraftwerke erweitert, neue Großkraftwerke errichtet, auf jeden Fall aber auch Kleinwasserkraftwerke neugebaut sowie revitalisiert und effizienter werden, meint Geisler.

Drei Kraftwerksprojekte über 500 kW in Bau

Im Rahmen der vom Land geförderten Revitalisierungsberatung wurde in Erstberatungen seit 2011 bei rund 100 Tiroler Kleinwasserkraftwerken Optimierungspotenzial festgestellt. 16 Anlagenausbau und -optimierungen wurden seither umgesetzt und damit eine Erzeugungssteigerung von rund 170 Prozent erreicht, rechnet Geisler vor. Zehn Optimierungsplanungen sind im Laufen, zwei Erweiterungen in Bau.

Aktuell befinden sich drei Kraftwerksprojekte über 500 kW in Bau (KW Kelchsau Langer Grund Ache, KW Öxl­bach, KW Lesachbach), seit 2011 wurden sechs neue Anlagen umgesetzt. „Jedes genehmigte Kraftwerksprojekt hat ein sehr strenges und aufwändiges Behördenverfahren durchlaufen“, betont Geisler. Als Energiereferent sei es seine Aufgabe, Kraftwerksprojekte, die den gesetzlichen Rahmenbedingungen entsprechen, zu ermöglichen, nicht zu verhindern.

Der WWF hat gestern unterdessen gemeinsam mit 41 Organisationen den Stopp für alle Kraftwerksbauten im Isel-Gebiet gefordert. Die sieben Wasserkraftprojekte im Einzugsgebiet der Isel würden die einzigartige Wildfluss-Landschaft für immer zerstören. (np, TT)


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