Covid-Massentest in Südtirol: „Eine große Chance, kein Freibrief“

Südtirol will am Wochenende bis zu 350.000 Bürger auf Covid-19 testen. So soll das Infektionsgeschehen im Land unter Kontrolle gebracht werden.

LH Kompatscher (Mitte) und die Landesräte Widmann und Schuler Vorstellung der Aktion "Südtirol testet".
© LPA/F. Brucculeri

Bozen, Innsbruck – Ab morgen Freitag bis inklusive Sonntag ruft die Südtiroler Landesregierung zum Covid-Massentest auf. Binnen dieser drei Tage sollen bei bis zu 350.000 Bürgern Abstriche gemacht, möglichst viele symptomfreie Infizierte ausgeforscht und Ansteckungsketten unterbroche­n werden. 900 Ärzte und Pfleger sind für diese Aktion abgestellt. Feuerwehren und Freiwillige sorgen für einen geordneten Ablauf. In jeder Gemeinde wird zumindest ein Testzentrum eingerichtet.

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Im Kampf gegen die unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus könne ein „entscheidender Schritt nach vorne“ gemacht werden, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) gestern bei einer Pressekonferenz in Bozen. Zumindest dann, wenn sich viele beteiligen. Den Bürgern steht das nämlich frei. Ausgenommen von der Aktion sind Kleinkinder bis zu einem Alter von fünf Jahren oder Berufsklassen, die ohnehin regelmäßig getestet werden. „350.000 Menschen umfasst die Zielgruppe“, erklärte Kompatscher. „Wir freuen uns, wenn wir dieser Zahl möglichst nahe rücken.“ Zum Einsatz kommen Antigen-Schnelltests, die Ergebnisse werden binnen einer Stunde via E-Mail übermittelt.

Südtirols Gesundheitslandesrat Thomas Widmann (SVP) nannte das Unterfangen eine „große, vielleicht die einzige Chance, das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bringen. Es ist aber kein endloser Freibrief.“ Auch nach dem Wochenende gelte es Hygieneregeln einzuhalten. „Der Massentest an sich ist eine Einmalaktion, es wird aber weitere Folgeaktionen geben“, sagte Widmann. Etwa soll es in besonders betroffenen Regionen Nachtestungen geben. (bfk)

📽️ Video | Südtirol testet: Der Ablauf


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