Österreich-Werbung-Chefin Stolba: „Wintersaison nicht abschreiben“

Bei der Österreich Werbung (ÖW) ist man dennoch vorsichtig optimistisch. Skiurlaub ist trotz Pandemie gefragt. Größte Österreich-Kampagne seit Jahrzehnten startet.

Österreich-Werbung-Chefin Petra Stolba warnte bei einem Online-Expertengespräch davor, die Wintersaison bereits abzuschreiben.
© Eckerieder

Wien – Angesichts der weiterhin hohen Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Öster­reich samt Lockdown und Reise­beschränkungen in zahlreichen europäischen Ländern steht ein großes Fragezeichen hinter der anstehenden Wintersaison im Tourismus. Bei der Österreich Werbung (ÖW) ist man dennoch vorsichtig optimistisch. „Die öster­reichische Wintersaison bereits jetzt abzuschreiben, ist sicherlich verfehlt“, sagte ÖW-­Geschäftsführerin Petra Stolba bei einem Online-Expertengespräch. Eine dabei vorgestellte qualitative Studie zeigt, dass die Lust auf Winterurlaub in Österreich und den wichtigsten Fernmärkten Deutschland und den Niederlanden ungebrochen ist.

„Die Menschen warten auf ein Zeitfenster, um zu buchen“, sagte Marcel Beaufils, einer der Studienleiter des Rheingold Instituts. Voraussetzungen für die Buchung seien das Ende der Lockdowns in Österreich und den Herkunftsmärkten sowie eine Lockerung der Reisebeschränkungen. Besonders Gäste aus dem Ausland hätten aktuell „die Befürchtung, im Skigebiet eingesperrt zu sein“.

"Angst vor einem Urlaub, wo alles verboten ist"

Dennoch würden laut Studien der Österreich Werbung etwa rund 60 Prozent der Niederländer einen Winterurlaub planen, viele hätten auch bereits gebucht. Voraussetzung für die meisten Gäste sei aber ein Sicherheitskonzept. Laut der Befragung wünschen sie sich deutliche und durchsetzbare Regeln in den Tourismusregionen wie etwa Abstandsregeln vor Skiliften, die vom Personal kontrolliert werden, Verringerung der Gondelkapazitäten und Abstandsmöglichkeiten in den Skihütten. Dafür würden auch längere Wartezeiten in Kauf genommen, erklärt Beaufils. „Zugleich gibt es die Angst vor einem Urlaub, wo alles verboten ist.“ Auf Kinderbetreuung, Wellnessbereiche und Buffets wollen die Gäst­e demnach nicht verzichten. Hier seien Corona-Konzepte gefragt. Après-Ski habe hingegen heuer ein „sehr schlechtes Bild“. Stattdessen erwarte man sich alternative Beschäftigungen wie Nachtwanderungen, Eisstockschießen oder Weihnachtsmärkte.

Bei der Österreich Werbung laufe indes „die größte Kampagne der letzten Jahrzehnte“ an. Mit einem Zusatzbudget von neun Millionen Euro wird in zwölf Ländern für den Winterurlaub in Österreich geworben. (ecke)


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