Land öffnet Fördertopf für regionale Schlachtstellen in Tirol

Die Produktion und Vermarktung von regionalem Qualitätsfleisch sollen im Oberland und Außerfern gestärkt werden.
© Böhm

Fließ, Wenns, Ehenbichl – Ob Billigfleisch von anderen Kontinenten oder Wurst mit unklarer Herkunft: Immer mehr kritische Konsumenten lehnen das ab und fragen regionale Produkte nach.

Vor diesem Hintergrund ist in Fließ (Ortsteil Neuer Zoll) der Ausbau einer bestehenden Schlachtstätte geplant, die Investitionskosten fliegen bei 2,3 Mio. Euro. „Betreiber wird ein Gemeindeverband sein. Etwa zwei Drittel der 30 Gemeinden im Bezirk haben Interesse bekundet“, schilderte Bürgermeister Hans Peter Bock. Ihm ist wichtig: „Für die Tiere soll es möglichst stressfreie Schlachtungen geben. Nicht nur weil wir ein Natura-2000-Gebiet sind.“

Die Tiere sollen überwiegend aus dem Bezirk Landeck kommen. Das Vermarktungskonzept ist ebenfalls auf Regionalität ausgerichtet: Die Qualitätsprodukte sollen von den Einheimischen (Ab-Hof-Verkauf) und von der Gastronomie nachgefragt werden. Zudem soll die Direkt-Vermarktung der Bauern sichergestellt werden.

Bernhard Pircher, Koordinator der Modellregion für Regionalität, hat die Plän­e den Bürgermeistern bei einer Videokonferenz vorgelegt. „Eine professionelle Schlachtstätte sichert den Fortbestand unserer kleinteiligen Landwirtschaft“, hob er hervor. „Regionale Kreisläufe mit kurzen Transportwegen schonen die Umwelt.“

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Das Land unterstützt neben dem Fließer Schlachthof zwei weitere Projekte – in Wenns und in Ehenbichl – mit insgesamt 1,24 Mio. Euro. Während im Pitztal eine zentrale Drehscheibe für Qualitätsfleisch aufgebaut werden soll, wird in Ehenbichl eine Marke unter dem Motto „Geboren, aufgewachsen, geschlachtet und verarbeitet im Außerfern“ entwickelt.

LHStv. Josef Geisler sagte: „Mit den drei Projekten soll eine nachhaltige Lebensmittelversorgung sichergestellt werden. Es geht auch um die Vermeidung von Tiertransporten. Das alles dient zur Stärkung der regionalen Wertschöpfungskette.“ (hwe)


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