Arbeiterkammer wegen Nachtschicht im Clinch mit Loacker in Heinfels

Streit um den Nachtschicht-Zuschlag: Die Kammer erstattete Anzeige wegen Lohn- und Sozialdumpings, Loacker weist die Anschuldigungen zurück.

Das Loacker-Werk im Osttiroler Heinfels hat zurzeit rund 370 Beschäftigte, viele davon im Schichtbetrieb. Nun gibt es Ärger mit der AK.
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Von Catharina Oblasser

Heinfels – Nachtschicht ist nicht gleich Nachtschicht: Aus arbeitsrechtlicher Sicht macht es einen Unterschied, ob nur in bestimmten Wochen – also in Form einer rotierenden Schicht – zwischen 22 und 6 Uhr gearbeitet wird oder ob das ständig und ausschließlich so ist. Je nach Fall gebühren Zuschläge von 30 oder 50 Prozent zum Lohn.

Beim Osttiroler Werk des Südtiroler Waffelproduzenten Loacker in Heinfels wird ebenfalls nachts gearbeitet, und das seit dem Jahr 2000. Bezahlt wurden Zuschläge von 30 Prozent. Nach Meinung der Arbeiterkammer (AK) wurde dabei aber nicht korrekt abgerechnet. „Weil die Nachtschicht im Unternehmen fix installiert ist und nicht Teil einer Wechselschicht, ist am 50-Prozent-Zuschlag nicht zu rütteln“, sagt AK-Präsident Erwin Zangerl. „Die AK hat deswegen auch Anzeige wegen Lohn- und Sozialdumpings gegen das Unternehmen Loacker eingebracht.“ Zangerl kritisiert auch scharf, dass die Änderungsvorschläge der Loacker-Firmenleitung nur darauf hinausliefen, sich Geld zu ersparen und die Beschäftigten zu benachteiligen.

Frank Jürgen Hess, Geschäftsführer von Loacker Heinfels, entgegnet: „Die vorgebrachten Anschuldigungen weisen wir klar zurück.“ Im Lauf der Jahre hätten sich immer mehr Mitarbeiter selbst für die fixe Nachtschicht entschieden. „Wir haben den Kollektivvertrag so interpretiert, dass unsere Mitarbeiter – unabhängig, ob in fixer oder rotierender Nachtschicht – Schichtarbeit leisten und deshalb Anspruch auf 30 Prozent Nachtschichtzuschlag haben.“ Als sich diese Interpretation als Irrtum herausgestellt habe, sei Loacker sofort bereit gewesen, den erhöhten Zuschlag zu zahlen und die gesetzlich vorgesehenen Nachzahlungen zu leisten.

Loacker will ein neues Arbeitszeitmodell erstellen, eventuell soll dann auch am Samstag gearbeitet werden.


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