16 Tote bei Demonstrationen der Opposition in Uganda

Bei Protesten der Opposition in Ugandas Hauptstadt Kampala sind der Polizei zufolge 16 Menschen getötet worden. Zudem seien 65 verletzt und 350 festgenommen worden, teilte Polizeisprecher Patrick Onyango am Donnerstag mit. Am Mittwoch wurde Ugandas beliebter Popstar und Oppositionspolitiker Bobi Wine während seines Wahlkampfes festgenommen.

Dem Künstler mit dem bürgerlichen Namen Robert Kyagulanyi wurde fahrlässiges Handeln und das Abhalten einer unerlaubten Versammlung während der Corona-Pandemie vorgeworfen. Daraufhin kam es in Kampala und anderen Orten zu gewalttätigen Demonstrationen. Sicherheitskräfte setzten unter anderem scharfe Munition und Tränengas gegen die Proteste ein. Laut der Polizei hätten Demonstranten auch Gebäude geplündert, Autos beschädigt, Reifen verbrannt und Straßen blockiert.

Wine will bei der Wahl Anfang 2021 Staatschef Yoweri Museveni herausfordern. Er gilt als prominenter Kritiker Musevenis und spricht die Frustrationen vieler junger Ugander an. Der seit 1986 amtierende Präsident galt zwar lange als Hoffnungsträger in dem ostafrikanischen Land, die junge Generation kritisiert heute aber die Korruption und ineffektive Regierungsführung und fordert Veränderungen. Eigentlich hätte Museveni nach seiner laufenden fünften Amtszeit nicht wieder kandidieren dürfen. Doch das Parlament hatte 2017 - trotz scharfer Kritik von Oppositionellen - mit einer Verfassungsänderung die Altersbegrenzung von 75 Jahren für Staatschefs abgeschafft.


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