Ein Drittel der Schoko-Nikolos nicht nachhaltig

Die entwicklungspolitische Organisation Südwind und die Umweltschutzorganisation Global 2000 haben Schoko-Nikoläuse einem Nachhaltigkeits-Check unterzogen. 18 Schokoladenfiguren, die bis 13. November österreichweit erhältlich waren, wurden nach sozialen und ökologischen Kriterien bewertet. Es gab vier öko-soziale Testsieger, ein Drittel fiel hingegen in Sachen Nachhaltigkeit durch. Es ging um faire Bezahlung der Produzenten, Umweltschutz und den Ausschluss von Kinderarbeit.

Zumindest ein Drittel der bewerteten Produkte wies entweder soziale oder ökologische Standards in der Schokoladenproduktion auf, wurde auf eine positive Entwicklung insgesamt verwiesen. Das Schlusslicht bildeten hingegen die Nikoläuse mehrerer großer Schokolademarken. Grund seien fehlende unabhängige Zertifizierungen, sagte Angelika Derfler von Südwind.

Die Ausbeutung von Mensch und Natur in der Kakaobranche werde durch die Coronakrise noch verschärft, warnten die NGOs. „Auch eine Zunahme von Kinderarbeit ist zu befürchten“, so Derfler. Laut einer Studie der Universität Chicago müssen derzeit etwa eineinhalb Millionen Kinder in der Elfenbeinküste und Ghana unter besonders prekären Bedingungen arbeiten gehen, um ihre Familien zu ernähren. Diese beiden Länder seien für 60 Prozent der globalen Kakaoproduktion verantwortlich.

„Bei Schoko-Produkten ohne Zertifizierung, die konventionell hergestellt werden, kommt es oft zu Umweltverschmutzung und Umweltzerstörung. Im Kakaoanbau kommen zum Beispiel oft umwelt- und gesundheitsschädliche Pestizide zum Einsatz. Viele davon sind so gefährlich, dass ihr Gebrauch in Europa bereits längst verboten ist“, sagte Martin Wildenberg von Global 2000.

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