Debatte um Hauptwohnsitz: Landecker Vize darf in Pians wohnen

Nach der Kritik an den Wohnverhältnissen des Landecker Vizebürgermeisters hat nun die Meldebehörde entschieden.

  • Artikel
  • Diskussion
Der Landecker Vizebürgermeister hat seinen Hauptwohnsitz in Land­eck, seinen Nebenwohnsitz in Pians gemeldet.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Landeck – Ist er ein Landecker oder ein Pianner? Die Wohnverhältnisse des Landecker Vizebürgermeisters Peter Vöhl beschäftigten zuletzt nicht nur die Bezirkshauptmannschaft und die Stadtpolitik, sondern auch so manchen Stammtisch. Nun scheint die Frage geklärt – durch die Meldebehörde.

Grund: Vöhl wohnt mit seiner Familie in Pians – hauptwohnsitzlich gemeldet ist er allerdings im Elternhaus in Landeck. Das ist auch eine Voraussetzung für seine Arbeit in der Stadtpolitik.

„Der Hauptwohnsitz ist okay“, sagt der amtierende Landecker Stadtchef Thomas Hittler nun auf TT-Anfrage. Vöhl war zuletzt dazu aufgefordert worden, eine Erklärung zu seinem Wohnsitz abzugeben. „Die war ausreichend“, wie Hittler feststellt. „Das Meldegesetz lässt hier viel Spielraum“, erklärt er.

Darauf hatte sich auch Vöhl in den vergangenen Wochen gegenüber der Tiroler Tageszeitung berufen. Er arbeite in Landeck als Schuldirektor, sei hier aufgewachsen und eng mit dem Elternhaus verbunden, er engagiere sich nicht nur in der Politik, sondern auch in Vereinen. Schlafen würde er allerdings in Pians, wo seine Frau und seine Kinder hauptwohnsitzlich gemeldet sind. Die Bezirkshauptmannschaft hatte sich zwar in der Frage als unzuständig erklärt, Vöhl allerdings argumentativ den Rücken gestärkt.

„Ich habe das auf zwei DIN-A4-Seiten begründet“, sagte er gestern. „Die Meldebehörde hat das zur Kenntnis genommen. Die Sache ist für mich vom Tisch, auch für die Behörde, ob sie für Ahmet Demir vom Tisch ist, weiß ich nicht.“

Der grüne Gemeinderat, der die Debatte mit einer Anfrage bei der Bezirkshauptmannschaft erst ins Rollen gebracht hatte und einen „Fall Strache“ für Landeck vermutete, war gestern nicht zufrieden. „Meiner Meinung nach wiegt die Familie bei der Definition des Hauptwohnsitzes schwerer“, betont er. Das Gesetz gehöre dahingehend reformiert. Er hofft, dass er von der Behörde ebenfalls eine Begründung für die Entscheidung bekommt, und er will dranbleiben.

Hätte Vöhl seinen Hauptwohnsitz in Landeck verloren, hätte er damit auch sein Mandat und seine Ämter abgeben müssen. Derzeit ist er mit zwei anderen als Nachfolger des Bürgermeisters im Gespräch.


Kommentieren


Schlagworte