Georgia bestätigt Sieg Bidens bei US-Wahl

Zweieinhalb Wochen nach der US-Präsidentschaftswahl hat der Staat Georgia den Sieg des demokratischen Kandidaten Joe Biden über Amtsinhaber Donald Trump offiziell bestätigt. Der republikanische Wahlleiter Brad Raffensperger teilte am Freitag mit, dass die Ergebnisse aus allen 159 Bezirken „richtig und korrekt“ seien. Biden kam auf 49,5 Prozent der Stimmen, um 0,25 Prozentpunkte mehr als Trump. Der unterlegene Kandidat habe nun zwei Tage Zeit, eine Neuauszählung zu fordern.

Weil der Abstand weniger als 0,5 Prozentpunkte (12.587 Stimmen) beträgt, kann eine erneute Auszählung der Stimmen verlangt werden. Biden ist der erste Demokrat seit dem Jahr 1992, der sich bei einer Präsidentenwahl in dem traditionell konservativen Südstaat durchgesetzt hat. Georgia stellt 16 der 538 Wahlleute. Prognosen von US-Medien zufolge kommt Biden in der Endabrechnung auf 306 Wahlleute, um 36 mehr als für den Sieg erforderlich. Am Montag endet im ebenfalls umkämpften Staat Michigan (ebenfalls 16 Wahlleute) die Frist zur Zertifizierung des Wahlergebnisses.

Die Anwälte von Trump tauchen in ihren Attacken gegen den Ausgang der verlorenen Präsidentenwahl immer tiefer in Verschwörungstheorien ab. Sie behaupten unter anderem, die Demokraten hätten die Wahl mit Hilfe von Kommunisten aus Venezuela manipuliert. Außerdem beharren sie auf den mehrfach widerlegten Vorwürfen, bei der Auszählung verwendete Software habe Stimmen für Präsident Trump zugunsten seines siegreichen Herausforderers Joe Biden umgewandelt.

Biden nannte Trumps Blockadehaltung „völlig unverantwortlich“. Seine Weigerung, das Ergebnis der Wahl vom 3. November anzuerkennen, schade dem Ansehen der Demokratie. Mit Blick auf Trumps Bemühungen, das Wahlergebnis zu untergraben, sagte Biden, dieser komme als der „unverantwortlichste Präsident“ Amerikas in die Geschichtsbücher.


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