Äthiopische Armee rückt in Region Tigray weiter vor

Das äthiopische Militär ist nach Regierungsangaben in der Region Tigray im Norden des Landes weiter in Richtung Hauptstadt vorgerückt. Wie die Zentralregierung in Addis Abeba am Samstag mitteilte, nahmen die Truppen bei ihrem Vorstoß die Stadt Adigrat ein. Diese liegt 116 Kilometer nördlich von Mekelle, der Hauptstadt der Region. Von der gegnerischen Volksbefreiungsfront TPLF war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

Zudem wies die äthiopische Regierung das Angebot der Afrikanischen Union (AU) zurück, in dem Konflikt zu vermitteln. Die AU hatte drei frühere Staatspräsidenten zu Sondergesandten ernannt, um einen Waffenstillstand zu verhandeln: Joaquim Chissano aus Mosambik, Ellen Johnson-Sirleaf aus Liberia und Kgalema Motlanthe aus Südafrika.

Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed - Friedensnobelpreisträger von 2019 - hatte am 4. November Luftangriffe und eine Offensive gegen die Regierung von Tigray angeordnet. Dabei kamen Hunderte Menschen ums Leben, viele sind auf der Flucht. Die Vereinten Nationen rechnen damit, dass bis zu 200.000 Menschen in Äthiopiens Nachbarland Sudan fliehen.

Die Region Tigray mit ihren rund fünf Millionen Einwohnern wird von der TPLF regiert. Diese steht seit Jahren im Konflikt mit der Zentralregierung. Dabei spielen ethnische Spannungen eine Rolle. Die Tigrayer hatten Äthiopien über Jahrzehnte kontrolliert.


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