Proteste in Taiwan gegen Importe von US-Schweinefleisch

Tausende Taiwanesen haben gegen die von der Regierung geplante Erleichterung von Importen amerikanischen Schweinefleischs protestiert. Die größte Oppositionspartei Kuomintang (KMT) nahm am Sonntag zum ersten Mal an dem von Arbeitnehmervertretern organisierten traditionellen „Herbstkampf“ in der Hauptstadt Taipeh teil, um dabei die Schweinefleisch-Entscheidung der Regierung zu kritisieren. Die KMT sieht dadurch die Lebensmittelsicherheit bedroht.

Präsidentin Tsai Ing-wen hatte im August ankündigt, ab 1. Jänner 2021 den Import von US-Schweinefleisch zu erlauben, das Ractopamin enthält - einen Zusatzstoff, der den Magerfleischanteil erhöhen soll. Sowohl in der Europäischen Union als auch in der Volksrepublik China ist dieses Mittel verboten. Außerdem soll künftig die Einfuhr von US-Rindfleisch erlaubt sein, das älter als 30 Monate ist.

Der KMT-Vorsitzende Johnny Chiang forderte Tsai auf, sich an einer Fernsehdebatte zu diesem Thema zu beteiligen. „Taiwanesische Schweine fressen kein Ractopamin, und jetzt bitten Sie die Taiwanesen dies zu tun? Ergibt das Sinn?“, sagte er vor Anhängern. Die KMT versucht, ein Referendum über die US-Schweinefleischimporte durchzusetzen.

Tsai und ihre regierende Demokratische Fortschrittspartei (DPP), die eine große Mehrheit im Parlament hat, verteidigen die Entscheidung für das US-Schweinefleisch damit, dass sie die Insel in Einklang mit internationalen Normen bringe. Dadurch werde die Lebensmittelsicherheit nicht gefährdet, die Beziehungen zwischen Taiwan und den USA dagegen gestärkt. Die DPP forderte die KMT auf, „ihre politischen Machenschaften einzustellen und zu rationalen Diskussionen zurückzukehren“.

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