Touristiker wollen Aus für Lift-Winterschlaf in Kufstein

Der TVB bemüht sich um einen Betrieb der Kufsteiner Aufstiegshilfe ins Kaisergebirge im Winter. Die Stadtwerke verweisen auf notwendigen Umbau.

Was im Sommer und Herbst möglich ist, soll für die Touristiker auch im Winter geboten werden: mit dem Kaiserlift nach oben schweben.
© Otter

Kufstein – Der Lift wäre vorhanden, aber in den Wintermonaten steht er still. Die Kufsteiner Stadthotelbetreiber wollen das jetzt ändern. Bereits seit längerer Zeit diskutieren sie über zusätzliche Angebote für die Gäste, das Gebiet im Kaisergebirge würde sich für sie auch im Winter als Attraktion anbieten. Zum Winterwandern, Rodeln oder zum Erkunden auf den Tourenski. Also brachte Thomas Sappl, Chef des Kufsteiner Traditionshotels Andreas Hofer, bei der jüngsten TVB-Sitzung das Thema auf den Tisch. Obmann Georg Hörhager versprach, die Gespräche mit den Betreibern zu suchen.

„Das Angebot des Kaiserliftes wird im Sommer gewaltig gut angenommen“, weiß Sappl­ aus Gästerückmeldungen. Wobei die Hoteliers auch mit einem Light-Betrieb im Winter zufrieden wären. Die Sessel könnten sich nur von Freitag bis Sonntag nach oben und unten bewegen. Und das Ganze soll ohnedies erst in der Wintersaison 2021/22 realisiert werden.

„Müssen es uns auch leisten können"

Es geht auch um die Frage der Kosten. „Es gibt Berechnungen, dass der Betrieb im Winter an die 50.000 Euro kosten würde. Wir haben zwei Euro Kurtaxe, also mit 25.000 Nächtigungen wäre das finanziert“, rechnet Sappl­ vor. Und stellt noch eines klar: „Wir brauchen im Winter ganz dringend ein Zusatzangebot für den Kufsteiner Stadttourismus.“

Für Obmann Hörhager wird sich der Tourismusverband Kufsteinerland bemühen, „denn jedes Zusatzangebot ist wünschenswert, aber wir müssen es uns auch leisten können“. Der Lockdown und Covid-19 haben auch in der TVB-Kasse schwer gewütet. Für kommendes Jahr sei man noch ohne Kreditaufnahme für das Budget ausgekommen, „ein Darlehen ist das Letzte, was wir wollen“. Aber das Einnahmenloch könnte im Laufe der Zeit durchaus die Millionengrenze überspringen, befürchtet der TVB-Obmann. Bürgermeister Martin Krumschnabel unterstützt zwar den Vorstoß, aber Geld will er keines beischießen. „Das ist in erster Linie ein touristischer Wunsch“, sagt er zur TT.

Letztlich sind aber die Stadtwerke Kufstein am Zug, die gemeinsam mit den Bergbahnen Ellmau-Going den Lift betreiben. Und da ist man wenig zuversichtlich. „Ein Winterbetrieb ist nur sehr schwer umsetzbar“, so GF Markus Atzl. Dafür sei der Lift nämlich nicht genehmigt. „Wir müssten dazu die Stützen erhöhen oder die Trasse abtragen.“ Und das im Naturschutzgebiet. Zudem glaubt Atzl, dass die Bergbahnen Ellmau-Going im Winter kein Personal stellen könnten. (wo)


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