Neuer Studiengang als „Meilenstein in der augenoptischen Ausbildung“

In Tirol wird ab Herbst 2021 Österreichs erster Bachelorstudiengang für Augenoptik angeboten.
© APA/dpa/Sven Hoppe

Innsbruck – Österreich bekommt einen Bachelorstudiengang für Augenoptik – als eines der letzten Länder in der Europäischen Union. Die akademische Lehre, angesiedelt an der Fachhochschule (FH) Gesundheit Tirol in Innsbruck, wurde von den Berufsgruppenvertretern lang herbeigesehnt. „Es ist ein Meilenstein in der augenoptischen Ausbildung“, sagte Markus Gschweidl, Bundesinnungsmeister für Gesundheitsberufe, gestern bei einer digitalen Pressekonferenz.

Seit „mehr als zehn Jahren“ wurde laut Gscheidl versucht, „eine Ausbildung auf akademischem Niveau zu initiieren“. In Österreich gibt es 1100 augenoptische Geschäfte mit rund 4600 Mitarbeitern und 1500 derzeit ausgebildeten Meistern. Neben Lehrlings- und Meisterprüfungen sei der ab Herbst 2021 in Innsbruck angebotene Bachelor eine weitere Säule der Aus- und Weiterbildung für Optiker. „Wir wollen unseren Nachwuchs zukunftsfit machen.“

In den ersten fünf Jahren wird alles zu einem großen Teil über die Budgets aller Landesinnungen finanziert. Der Tiroler Berufsgruppenvertreter Christian Isser erklärte diese Initiative damit, dass Österreich im Vergleich zum Rest Europas „nicht hinterherhinken soll“. Zielgruppe für den Studiengang seien zum einen Augenoptikergesellen mit einer Studienbewilligungsprüfung oder Fachmatura. Angesprochen werden sollen aber auch „Maturanten mit einem Interesse für Optometrie“, betonte Isser.

Walter Draxl, Rektor der FH Gesundheit, zeigte sich erfreut über den Startschuss für die Ausbildung im kommenden Wintersemester. „Sie wird alle zwei Jahre angeboten und bietet jeweils Platz für 24 Studenten.“ Interessenten können sich ab Anfang Dezember anmelden, sagt Draxl.

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Ein Augenmerk soll bei dem Bachelor auch auf die praktische Ausbildung gelegt werden, meinte Studiengangsleiter Gustav Pöltner. „Viel wissen, nichts können: Das wollen wir nicht. Unsere Absolventen gehen nicht als Theoretiker vom Platz.“ (bfk)


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