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„Sie werden behindert gemacht“: Erhöhte Beihilfe für autistisches Kind abgelehnt

Die Mutter eines autistischen Kindes ist verzweifelt. Die für eine Schulassistenz nötige erhöhte Familienbeihilfe wurde abgelehnt. Massive Kritik kommt auch vom Verein Integration Tirol.

Verkehrte Welt: Die Gutachten von Psychologen werden nicht anerkannt, und bei Ärzten bekommen Familien von Asperger-Kindern keinen Termin.
© iStockphoto

Von Michaela S. Paulmichl

Innsbruck – Die Absage trifft die Tirolerin sehr. Nach vielen Jahren mit etlichen psychologischen Therapien wurde bei ihrem Sohn Asperger-Autismus festgestellt – endlich eine eindeutige Diagnose und die Erklärung, weshalb er in einigen Lebensbereichen so große Schwierigkeiten hat. „Ich kämpfe jetzt schon so lange für meinen Sohn und endlich weiß ich, was los ist mit ihm“, sagt sie. Das Gutachten sollte aber auch die Grundlage dafür sein, dass der Bub, der die Neue Mittelschule besucht, nun die dringend benötigte Schulassistenz bekommen kann. Damit waren große Hoffnungen verbunden, denn in der Schule gibt es Probleme.

Doch dafür ist eine erhöhte Familienbeihilfe Voraussetzung, die ab 50 Prozent Behinderung bewilligt wird. Mit allen nötigen Unterlagen und dem Gutachten eines gerichtlich beeideten und zertifizierten Sachverständigen für Psychologie und Pädagogik in der Hand meldete sich die Frau deshalb beim zuständigen Sozialministeriumservice in Tirol. Das Ergebnis dieser Begutachtung war für sie niederschmetternd. „Ich wurde hingestellt, als würde ich mein Kind nicht richtig erziehen können. Ich fühle mich so gedemütigt!“ Der Befund lautete jedenfalls: nur 30 Prozent Behinderung und damit auch keine Chance auf eine erhöhte Familienbeihilfe.

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