Thaur und Rum starten bei den Öffis zusammen durch

Ab September 2021 soll zwischen den Nachbargemeinden eine neue, gemeinsame Buslinie fahren. Thaur-Kapons wird erstmals angebunden.

Die Anbindung an den Rumer Bahnhof spielt bei der geplanten Routenführung eine zentrale Rolle.
© Rachlé

Von Michael Domanig

Rum, Thaur – Der Thaurer Bürgermeister Christoph Walser (Einheitsliste) spricht von einem „Meilenstein für den öffentlichen Verkehr in der Region“. In seiner jüngsten Sitzung traf der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss für die Einführung einer gemeinsamen neuen Buslinie mit der Nachbargemeinde Rum – in Kooperation mit dem Verkehrsverbund Tirol (VVT) und dem Land. Der Rume­r Gemeinderat dürfte die Grundsatzentscheidung am 14. Dezember fassen.

Konkret soll die neue „Dörferlinie Rum-Thaur“ – der Start ist für September 2021 geplant – vom Thaurer Ortsteil Kapons über den Thaurer Dorfplatz und die Dörferstraße bis zum Kreisverkehr am westlichen Ortseingang von Rum führen, von dort hinunter zum Rumer Bahnhof und weiter durch den bevölkerungs- und wirtschaftsstarken Ortsteil Neu-Rum bis zum Hallenbad im O-Dorf. Die Strecke soll mit drei Kleinbussen (20-Sitzer) bedient werden. Die Frühbusse sollen in verkürztem Intervall ab 6.15 Uhr fahren – um auch Berufstätige zum Umstieg auf die Öffis zu bringen, wie Walser meint –, danach sollen die Busse in dichter Taktung bis 20.44 Uhr verkehren.

Vor allem für den dezentralen, stetig wachsenden Thaurer Ortsteil Kapons würde mit der Öffi-Erschließung ein lang gehegter Wunsch wahr: Bisher verkehrt dorthin lediglich das Dorftaxi („ThA-XI“) – und zwar nur montags bis freitags am Vormittag, weshalb es in erster Linie von Senioren genützt wird.

In Thaur soll die neue Kleinbus-Linie das Dorftaxi (Bild) ersetzen, in Rum die bestehende "Rumer Linie".
© Kiechl

Besonders wichtig sei die Anbindung an den Bahnhof Rum, meint Walser. Dort halten die S-Bahnen im Viertelstundentakt. Zudem wird der Bahnhof künftig weiter an Bedeutung gewinnen, weil ebendort auch die End­haltestelle der Tram/Regionalbahn-Linie 5 entsteht.

Man habe sich daher bewusst dagegen entschieden, die neue Buslinie über die Bahnstation Hall-Thaur zu führen, so Walser – dort besteht „nur“ ein halbstündiger S-Bahn-Takt. Wer von Thaur per Öffi ins Gewerbegebiet Hall-Thaur fahren wolle, könn­e dies künftig mit Umstieg am Rumer Bahnhof tun.

In Rum selbst werde die neue Buslinie die jetzige „Rumer Linie“ (Klein­busse) ersetzen, erklärt Vize-BM Romed Giner (SPÖ). Die bestehende Buslinie A stellt die Anbindung ans Sanatorium Hochrum sicher, sie ist für Nutzer der künftigen Dörfer­linie per Umstieg erreichbar.

Die Gesamtkosten für das Projekt dürften ca. 500.000 Euro pro Jahr betragen, wobei Land und VVT sich in einem Ausmaß beteiligen werden, dass für Rum und Thaur ein Finanzierungsanteil von zusammen ca. 180.000 Euro jährlich verbleibt – also 90.000 Euro pro Gemeinde.

Details zu den Kosten der „Dörferlinie Rum-Thaur“ und zum Aufteilungsschlüssel kann und will man beim VVT aber noch nicht nennen. Das Projekt sei noch „in einem frühen Stadium“, die Linie müsse zudem erst noch ausgeschrieben werden.

Giner bedankt sich beim Land, dem VVT und der Nachbargemeinde jedenfalls ausdrücklich „für dieses tolle gemeinsame Projekt“. Auch GR Bernhard Kirchebner von den Rumer Grünen begrüßt die geplante neue Linienführung. Damit würden auch Anträge seiner Liste zum Ausbau des Öffi-Verkehrs in Rum weitgehend erfüllt.


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