Mit der Technik sprechen lernen: Programmieren als Schulfach in Osttirol

Für das Leader-Projekt ist bereits ein Atomkraftmikroskop in Betrieb, das die Anziehungskraft zwischen Atomen messen kann.
© Brunner Images

Lienz – Jeder Anfang ist schwer, heißt es. Das gilt auch für das Erlernen einer Sprache. Eine technische Sprache wiederum ist das Programmieren. Ein grundsätzliches Verständnis dafür soll bald auch in den Osttiroler Oberstufen im Schulunterricht vermittelt werden, wohl auch, weil die Digitalisierung unseren Alltag, aber auch unser Arbeitsleben längst erreicht hat und nicht nur im Bezirk Fachkräfte gefragt sind.

„Im Programmieren von Elektronikbausteinen steckt auch viel Raum für Kreativität“, sagt Fadi Dohnal, wissenschaftlicher Leiter der Division Mechatronik der UMIT am Campus in Lienz. „Durch Tinkering, damit ist spielerisches Ausprobieren an praktischen Steuerungen mittels Programmbausteinen gemeint, können neue Ideen und Lösungsansätze entstehen. Die gemeinsame Arbeit daran macht Spaß, erst recht, wenn eine gewünschte Umsetzung erreicht wird. Ergebnisse lassen sich teilen und können Basis für neue Anwendungen sein.“

Programme finden sich heute überall. Ein Smartphone lässt sich vielfältig nutzen. Dabei kann jeder, der sich damit beschäftigt, seine eigenen Anwendungen (Apps) programmieren und diese anderen zur Verfügung stellen.

Seit März läuft in Lienz ein EU-finanziertes Leader-Projekt unter dem Titel „IKT@school“. Heimische Mathematik- und Physiklehrer bereiten derzeit an ihre Schulformen angepasste Projekte vor, die sie im Unterricht umsetzen werden. Mit dabei sind das Gymnasium/Realgymnasium, das Oberstufenrealgymnasium, die Handelsakademie, die private Höhere Technische Lehranstalt, die Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe und die Fachschule mit Aufbaulehrgang der Dominikanerinnen in Lienz. Fadi Dohnal hat international bekannte Fachleute wie Ryan Jenkins aus Los Angeles für die Zusammenarbeit gewinnen können.

„Wir sind noch in der Aufbauphase“, berichtet Patricia Kügler, Professorin am Gymnasium. „Von der Vernetzung mit unseren Kollegen profitieren wir alle.“ (bcp)


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